Winterdepression oder doch nur ein Winterblues?

Von: Instahelp und Allianz Redaktion
Lesezeit: 4 min
Aktualisiert am: 04.11.2025

Der Herbst, in all seiner Farbenpracht, läutet die kalte Jahreszeit mit eher trübem Wetter und dunklen Nachmittagen ein. Einige Menschen freuen sich darauf, die ständige Hitze hinter sich lassen zu können. Andere jedoch übersiedeln die Badehose nur schweren Herzens auf die hinteren Ränge ihres Schrankes. Wo auch immer Sie sich persönlich wiederfinden, eine Veränderung der Stimmung kann vollkommen normal sein, aber eine Winterdepression sollte ärztlich abgeklärt werden. Lesen Sie hier, warum es gerade die Wintermonate besonders in sich haben, welche Unterschiede es gibt und was Sie heute noch gegen eine frostige Stimmung tun können.

Was ist eine Winterdepression und wie unterscheidet sie sich?

Grundsätzlich kann zwischen einem Stimmungstief, einem Winterblues oder einer Winterdepression unterschieden werden. Alle drei Formen lösen in einem Menschen etwas aus und das Verhalten verändert sich. Wie intensiv diese Veränderung ausfällt, liegt an dem Schweregrad der Verstimmung bzw. Depression. Im folgenden Absatz werden die Unterschiede im Detail erläutert.

Ein Stimmungstief ist den meisten Menschen bekannt. Es ist eine gewöhnliche menschliche Reaktion auf Belastungen und Ereignisse, die im Leben auf einen zukommen. Es ist somit nicht witterungsbedingt. Das Stimmungstief zeigt sich sehr häufig in Form von Trauer und Erschöpfung und dieser Zustand verbessert sich nach einiger Zeit wieder.

Der Winterblues legt sich zumeist am Jahresende, wie ein Gedankenschleier über die Betroffenen und lässt sie über das vergangene Jahr, die vergangenen Taten, usw. reflektieren. Dies zieht einher mit dem Rückzug in das eigene Ich oder zu den engsten Freunden und Verwandten. Ein wesentlicher Unterschied zur Winterdepression ist, dass Betroffene diese Phase in ihrem Leben genießen können und das Umfeld wahrnehmen.

Eine Winterdepression ist eine saisonal bedingte Depression, bei der sich typische Symptome einer Depression ausschließlich und wiederholt im Herbst und Winter zeigen. Klassische Winterdepression-Symptome sind zum Beispiel Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Sie führen dazu, dass Betroffene sich häufig müde fühlen, vermehrt schlafen und unter Heißhungerattacken leiden. Dadurch kann die Herbst- und Winterzeit nicht mehr genossen werden und ein Gefühl der innerlichen Leere macht sich breit.

Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit erleben viele Menschen einen Einbruch ihrer Stimmung. Antriebslosigkeit, Leistungseinbruch und innere Leere machen sich breit und können auch bei psychisch gesunden Menschen erste Anzeichen einer Winterdepression sein. Im Unterschied zu einer depressiven Erkrankung macht sich die Winter- oder Herbstdepression neben den klassischen Symptomen häufig auch durch Heißhunger oder Schlafstörungen bemerkbar. Die Symptome der Winterdepression halten in der Regel länger als 14 Tage an, zeigen körperliche Begleiterscheinungen und die eigene Tagesstruktur ist massiv beeinträchtigt.

Hauptursache für den saisonalen Stimmungseinbruch ist der Mangel an Tageslicht. Dadurch entsteht in unserem Gehirn ein Überschuss am Schlafhormon Melatonin, das die eigentlich sinnvolle Aufgabe hat, unseren Körper müde zu machen. Durch die hohe Konzentration an Melatonin werden die aktivierenden und stimmungsaufhellenden Hormone unterdrückt, und wir fühlen uns antriebslos und erschöpft.

Schätzungsweise leiden zwischen 2% und 8% in Europa an einer SAD Winterdepression (saisonal abhängige Depression), wobei die Häufigkeit je nach geographischer Lage variiert. Eine weit höhere Anzahl an Personen erkrankt an einer typischen Depression. Noch häufiger kommt es zu einem Stimmungstief. Ein gewisser Winterblues ist evolutionär, bedingt sogar sinnvoll, da die Herbst- und Wintermonate in der Natur dazu dienen, zur Ruhe zu kommen. Der Rückzug in die eigenen vier Wände sorgt dafür, dass wir Kraft tanken und im Frühling wieder zu neuem Leben erwachen können.

Im Herbst und Winter kaufen wir uns neue Jacken und schützen unsere Zehen durch warme Stiefel vor dem Frieren. Wir heizen unsere Wohnzimmer und kuscheln uns in einen gemütlichen Schal, wenn wir das Haus verlassen. Während wir unseren Körper wie selbstverständlich vor der Kälte schützen, vergessen wir unsere Psyche häufig vollkommen. Durch folgende Dinge können Sie sich auch mental in eine dicke Decke kuscheln:

  • Gönnen Sie sich Ruhe:
    Die kalten Wintermonate sind dazu gedacht, Kraft zu tanken. Arbeiten Sie nicht gegen Ihre Natur und nutzen Sie die Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Richten Sie sich Ihr Zuhause so ein, dass Sie sich wohl fühlen und genießen Sie diesen Rückzug ganz bewusst.
  • Sportliche Aktivität:
    Nutzen Sie energiereiche Tageszeiten, um sportlich aktiv zu sein – im besten Fall an der frischen Luft, damit Sie jeden Sonnenstrahl auftanken können. Schon 20 Minuten am Tag reichen aus, um einen wichtigen Schritt gegen die Winterdepression zu unternehmen.
  • Soziale Kontakte:
    Sozialer Rückzug ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung depressiver Symptome. Wirken Sie dem bewusst entgegen, indem Sie sich mit Menschen treffen, mit denen Sie gerne Zeit verbringen. Ob dies ein Telefonat, ein Chat oder ein ausgiebiger Fernsehabend ist. Jeder Kontakt zählt!
  • Planen Sie Ihre Freizeit:
    Überlegen Sie sich schon im Vorfeld, wie Sie die Zeit zu Hause bestmöglich gestalten können, sodass Sie die größte Freude dabei haben. Um Langeweile vorzubeugen, statten Sie sich schon mit allem Notwendigen dafür aus: Wollen Sie heuer den Rekord im Plätzchen-Backen brechen? Endlich eine neue Fremdsprache lernen? Jeden Tag einen romantischen Film ansehen? Alles, was gut tut, ist erlaubt!
  • Annehmen:
    Lernen Sie Ihren Körper kennen und nehmen Sie ihn so an, wie er ist. Im Winter funktionieren wir anders als im Sommer und haben auch andere Bedürfnisse. Stecken Sie also keine Energie dahin, diese Situation verändern zu wollen. Sie sind perfekt, so wie Sie sind!

So schön ein Spaziergang an der frischen Luft auch ist: Ein Mensch, der an einer SAD Winterdepression leidet, kann auch dem nicht wirklich etwas abgewinnen. Wenn Sie an sich bemerken, dass die Symptome des Winterblues oder der Winterdepression anhält und alle selbst gesetzten Maßnahmen wirkungslos sind, kann professionelle Hilfe unterstützen, um Sie aus der Krise zu begleiten.

Wenn Sie sich bei der Allianz Gesundheitsversicherung für das Wahlarzt-Paket Extra oder Max entschieden haben, können Sie diese Online-Beratung für mentale Gesundheit in Anspruch nehmen. Hier erhalten Sie digital und vollkommen anonym professionelle Hilfe von Instahelp.

Die psychologische Beratung bei Instahelp unterstützt Sie da, wo Sie es im Herbst und Winter am meisten brauchen – in den eigenen vier Wänden oder dort, wo Sie es wünschen. Qualifizierte Psycholog:innen helfen Ihnen dabei, Strategien zu erarbeiten, wie Sie sich mental stärken und einer Depression vorbeugen können! Die Wartezeit ist gering, die Kontaktaufnahme einfach und der Beratungsprozess anonym. Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Unterstützung durch schwere Zeiten zu kommen. 

Disclaimer: Diese Übersicht ist unverbindlich und stellt lediglich einen Überblick dar.