Internationaler Weltfrauentag 2026
Das Line-up für das Frauenkonzert #WEARE - STARKE STIMMEN, STARKE FRAUEN von Virginia Ernst steht
Nachdem sie den Kick-off des Allianz Pride-Netzwerkes zum vollen Erfolg machte und seither Ehren-Ally ist, geht unsere Zusammenarbeit mit Virginia Ernst in die nächste Runde.
Die Allianz freut sich, Sponsorin des Frauenkonzerts #WEARE - STARKE STIMME, STARKE FRAUEN am 8. März 2026 im Globe Wien zu werden, das von Virginia Ernst organisiert wird.
Wir übernehmen die Gagen für die am Konzert teilnehmenden Künstler:innen und haben die Initiatorin interviewed.
Interview mit Virginia Ernst, Initiatorin von #WEARE Starke Stimmen – Starke Frauen
Virginia, erzähle uns ein wenig von dir selbst und deinem beruflichen Werdegang. War es schon immer dein Plan oder dein Traum, Musik zu machen, oder hat der Zufall Regie geführt?
Ich komme ja eigentlich aus dem Sport. Ich habe 13 Jahre lang Eishockey gespielt, davon 7 Jahre im österreichischen Nationalteam und drei Jahre in der Profiliga in Schweden. Mit der Musik bin ich aufgewachsen, da mein Vater selbst Musiker ist und mit Größen wie Chris Thompson (Manfred Mann’s Earth Band – Lead-Sänger) oder Alan Parsons (Alan Parsons Project) zusammengearbeitet hat. Musik machen wollte ich schon von klein auf, aber in meinen jungen Jahren war der Sport meine große Leidenschaft. Als ich dann in Schweden zu meinem Geburtstag eine Gitarre geschenkt bekommen habe, habe ich mir selbst das Gitarrespielen beigebracht und begonnen, eigene Songs zu schreiben. 2012 erschien meine Debüt-Single online, und 2014 ging es mit meinen Songs Rockin und Soldier in Österreich so richtig los – vor allem, weil ich eigentlich ein ziemlicher Angsthase bin, was die Bühne angeht.
Seit rund drei Jahren ist ein weiterer Bereich dazugekommen: Über Social Media erzähle ich in form von Sketches mit viel Humor und Ehrlichkeit Geschichten aus meinem Alltag und erreiche damit ein großes Publikum. Diese Erfahrungen fließen heute auch wieder zurück in meine Musik. Mit meiner aktuellen Single „Love Is The Only Thing“ geht es genau darum – um echte Gefühle, ums Hinfallen und Wiederaufstehen und darum, dass am Ende nicht Perfektion zählt, sondern die Menschen, die einen auffangen.
Inwieweit nimmt dein privates „Ich“ Einfluss auf deine Musik? Also einerseits in der Musik, die du schreibst, aber auch die Dinge, die du mit deiner Musik oder Veranstaltungen wie #weare, erreichen willst?
Sehr viel – wenn nicht sogar alles.
Meine Musik entsteht direkt aus meinem Leben. Meine Songs sind meine Art, Erlebnisse zu verarbeiten und Gefühle auszudrücken. Ich kann nicht zeichnen oder Gedichte schreiben – Musik war und ist für mich immer der ehrlichste Weg, meine Emotionen nach außen zu tragen. Jeder Song erzählt eine persönliche Geschichte und ist eng mit meinem privaten „Ich" verbunden.
Auch #WEARE ist aus meinem eigenen Lebensweg entstanden. Ich habe 13 Jahre lang Eishockey gespielt und wurde dafür nie finanziell entschädigt. Ich habe unzählige Stunden, Schweiß und Blut in diesen Sport investiert, konnte aber nie davon leben. Meine männlichen Teamkollegen hingegen begannen, gutes Geld zu verdienen, während wir Frauen zusätzlich arbeiten mussten, um uns den Sport überhaupt leisten zu können.
In der Musikbranche erlebe ich sehr ähnliche Strukturen. Wenn man sich Konzertplakate ansieht, stehen dort meist mehrere männliche Künstler – und wenn überhaupt, eine Frau klein darunter. Männer werden häufiger gebucht, bekommen mehr Sichtbarkeit und mehr Chancen. Frauen hingegen haben oft weniger Möglichkeiten, ihr Können zu zeigen, weil ihnen schlicht die Bühne und die Stimme fehlen.
Genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, etwas zu verändern. So entstand #WEARE – STARKE STIMMEN, STARKE FRAUEN: eine Plattform, die Sichtbarkeit schafft, Gleichberechtigung einfordert und Frauen in der Kunstbranche eine Bühne gibt – nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit.
Zum Konzert selbst – wann und wie hast du die Idee zu diesem Event bekommen, und was hat sich seither alles getan?
Die Idee entstand 2017 gemeinsam mit meiner Mutter, nachdem ich mir bewusst angesehen habe, wie viele österreichische Frauen und wie viele Männer damals in den Charts vertreten waren. Der Unterschied war enorm, und genau in diesem Moment haben wir beschlossen, diese Idee umzusetzen, um etwas zu verändern.
2018 fand dann die erste Veranstaltung statt – und sie war ein riesiger Erfolg, mit dem wir so nie gerechnet hätten. Rückblickend hat sich seither sehr viel getan: Ich sehe immer mehr Frauen, die aufstehen, laut werden und aktiv etwas verändern wollen. Unsere Stimmen bekommen mittlerweile auch die Aufmerksamkeit und die Zuhörer, die sie verdienen.
Wir sind zwar noch nicht dort, wo wir sein wollen, aber es bewegt sich definitiv etwas. Und solange nicht alles wirklich equal ist, wird #WEARE von Jahr zu Jahr größer und stärker
Wie suchst du die Künstlerinnen für das Event aus? Sprichst du gezielt Künstlerinnen an, die du gerne dabeihättest, oder ergibt sich das auch oft von selbst, durch zufällige Begegnungen oder Gespräche mit Kolleginnen?
Ich versuche bewusst, Künstler:innen aus möglichst vielen unterschiedlichen Genres auf die Bühne zu holen. Mir ist es wichtig, die Vielfalt an großartigen Künstlerinnen aus dem eigenen Land sichtbar zu machen und zu zeigen, wie breit und hochwertig die heimische Szene ist.
Ein zentrales Kriterium ist dabei, dass die Künstler:innen hinter dem Projekt stehen und die Werte von #WEARE mittragen können. In den letzten Jahren standen bereits über 80 Künstler:innen auf unserer Bühne – von Comedy, Lesungen über Pop und Jazz bis hin zur Klassik.
Jedes Genre hat seine Berechtigung und jede Stimme soll gehört werden.
Gibt es einen Auftritt bei dem Konzert in Wien am 8. März, auf den du dich besonders freust?
Eigentlich freue ich mich auf das gesamte Konzert. Jedes Jahr bin ich zu Tränen gerührt, wenn am Ende alle Künstler:innen gemeinsam auf der Bühne stehen und zusammen singen.
In diesem Moment wird mir immer wieder bewusst, wie viel Arbeit, Herzblut und Energie in dieser Veranstaltung steckt – deshalb ist für mich nicht ein einzelner Auftritt das Highlight, sondern das gesamte Konzert
Ein Thema, auf das du mit dem Konzert aufmerksam machen willst, ist die noch immer ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Etwas, das sich in allen Branchen wiederfinden lässt und auch vor der Musikbranche keinen Halt macht. Das ist auch der Hintergrund, weshalb die Allianz Österreich als Sponsor die Gagen der Künstlerinnen übernimmt, um eine gerechte Bezahlung zu gewährleisten. Magst du das Thema ein wenig weiter ausführen?
Genau. Die Musikbranche ist in Österreich generell schlecht bezahlt. Viele Künstler:innen arbeiten oft gratis oder für sehr geringe Gagen, einfach um überhaupt gehört, gesehen oder gespielt zu werden.
Für Frauen ist diese Situation noch einmal deutlich schwieriger. Künstlerinnen bekommen weniger Airplay, weniger Auftrittsmöglichkeiten und insgesamt weniger Sichtbarkeit als ihre männlichen Kollegen. Das führt dazu, dass viele von uns permanent um ihre Existenz kämpfen müssen.
Genau deshalb ist es uns beim #WEARE – STARKE STIMMEN, STARKE FRAUEN so wichtig, die Künstler:innen fair zu bezahlen. Wir sind unglaublich dankbar, dass die Allianz Österreich als Sponsor die Patenschaft für die Gagen der Künstler:innen übernimmt und damit ein klares Zeichen für gerechte Bezahlung setzt. Das ist nicht selbstverständlich – und ein enorm wichtiger Schritt in Richtung Wertschätzung und Gleichberechtigung
Studien zeigen, dass Altersarmut „weiblich“ ist. Der Gender-Gap bei der Bezahlung und die dadurch entstehende Pensionslücke ist ein maßgeblicher Grund dafür, und es ist besonders für Frauen wichtig, sich möglichst früh mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen. Hast du dich mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt, und welche Maßnahmen hast du getroffen – für dich, und auch deine Familie?
Ja, der Gender-Pay-Gap ist eine Tatsache. Er hat viel mit alten Rollenbildern zu tun – lange Zeit waren es überwiegend die Männer, die gearbeitet haben, während Frauen zuhause bei den Kindern geblieben sind. Diese Strukturen wirken bis heute nach, auch wenn sich bereits einiges verändert hat.
Ich selbst bin selbstständig und versuche, mir durch meine Arbeit und meine Musik langfristig etwas aufzubauen und zur Seite zu legen – nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Mir ist bewusst, wie wichtig finanzielle Eigenständigkeit und Vorsorge sind, gerade als Frau. Ich habe einen Notfallplan, den ich hoffentlich nie in Anspruch nehmen muss, aber allein zu wissen, dass es ihn gibt, gibt mir Sicherheit
Gibt es zum Abschluss noch etwas, das du mit uns teilen willst?
Es wäre schön, wenn es den Weltfrauentag irgendwann nicht mehr bräuchte – denn dann wüssten wir, dass wir es geschafft haben und Frauen und Männer wirklich gleichgestellt sind.
Solange das nicht der Fall ist, werden wir weiterhin aufstehen, unsere Stimmen erheben und mit #WEARE für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Veränderung kämpfen.