Selbstliebe beginnt im Kopf - Wege zu einem gesunden Körperbild

Von: Mag. Kerstin Schuller, Instahelp
Lesezeit: 4 min
Veröffentlicht am: 18.11.2025

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgens aufwachen, in den Spiegel blicken und denken: „Du siehst heute einfach umwerfend aus.” Kein innerer Kommentar über Ihre Haut, Ihre Körperform oder Ihr Gewicht, sondern nur die Gewissheit: Ich bin okay, genauso wie ich bin. Wie oft begegnen Sie sich selbst wirklich mit so viel Freundlichkeit? Oder ist der erste Gedanke am Morgen eher kritisch als wohlwollend?

Viele Menschen kämpfen mit einem negativen Körperbild. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie aus dem Kreislauf der Selbstkritik aussteigen und einen gesunden sowie liebevollen Umgang mit sich selbst finden können.

Das eigene Körperbild beschreibt, wie wir unseren Körper wahrnehmen, bewerten und fühlen – unabhängig davon, wie er objektiv aussieht. Es ist ein inneres Bild, das sich aus Erfahrungen, Vergleichen, Medien, Kommentaren und Glaubenssätzen zusammensetzt. Studien zeigen: Unser Körperbild beeinflusst maßgeblich unser Selbstwertgefühl, unser Verhalten im Alltag und damit auch unsere mentale Gesundheit.

Ein positives Körperbild ist kein oberflächliches „Ich finde mich schön“, sondern ein tiefer Ausdruck von Selbstakzeptanz und innerer Stärke.

Ein negatives Körperbild hingegen kann zu Scham, Rückzug, Essstörungen, Depressionen oder zwanghaftem Verhalten führen. Es lässt uns an uns selbst zweifeln, obwohl wir äußerlich vielleicht völlig unauffällig oder sogar attraktiv wahrgenommen werden.

Bereits in der Kindheit und Jugend werden wir geprägt - durch Kommentare aus der Familie, durch Werbung, soziale Medien oder durch Gruppendruck in Schule und Freizeit. Wer hat nicht schon einmal Sätze gehört wie: “Iss deinen Teller leer, du bist viel zu dünn” oder “Bist du sicher, dass du noch ein Stück Kuchen essen möchtest?”

Schönheitsideale, wie sie in Werbung und sozialen Medien dargestellt werden, vermitteln oft ein extrem einseitiges Bild: schlank, sportlich, makellos. Das verstärkt das Gefühl: So wie ich bin, genüge ich nicht.

Auch kulturelle Vorstellungen und Gender-Rollen tragen ihren Teil dazu bei: Männer sollen muskulös und Frauen feminin sein. Wer da nicht hineinpasst, erlebt häufig Selbstzweifel.

Body Positivity bedeutet: Alle Körper sind schön, unabhängig von Größe, Form, Hautfarbe, Beeinträchtigungen oder Alter. Es geht um Sichtbarkeit, Selbstliebe und das bewusste Infragestellen von Schönheitsnormen.

Body Neutrality geht noch einen Schritt weiter: Der Fokus liegt nicht nur auf „Schönheit“, sondern auf Funktion. Es zählt also nicht, wie der Körper aussieht, sondern was der Körper für Sie tut und leistet. Das kann enorm entlastend wirken, denn Sie dürfen sich selbst akzeptieren und lieben, auch wenn Sie sich nicht zu 100% wunderschön fühlen.

Beide Bewegungen helfen dabei, den Fokus vom äußeren Erscheinungsbild zurück zu einem gesunden Selbstbild zu lenken.

Der Weg zu einem positiven Körperbild beginnt nicht mit Komplimenten, Schönheitsoperationen oder dem perfekten Make-up. Ganz im Gegenteil: Er beginnt im Inneren. Hier sind einige konkrete Impulse, die Sie selbst ausprobieren können, um Ihr Selbstwertgefühl zu stärken:

  • Hinterfragen Sie Schönheitsideale

Viele Schönheitsideale beruhen auf unrealistischen Bildern, die oft bearbeitet, gefiltert oder inszeniert sind und mit der Realität nichts zu tun haben. Sie verfolgen das Ziel, uns Produkte zu verkaufen, indem sie uns glauben lassen, damit könnten wir dem Ideal auf diesem Bild entsprechen. Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass diese Bilder nicht immer echt sind und entwickeln Sie eine eigene Definition von Schönheit.

  • Stoppen Sie Vergleiche mit anderen – sofort und konsequent

Es ist menschlich, sich mit anderen zu vergleichen. Doch häufig verlieren wir dabei, weil wir uns mit etwas messen, das vielleicht nicht einmal real ist. Machen Sie einen Selbstversuch: Reduzieren Sie für eine Woche Inhalte, die ein schlechtes Gefühl hinterlassen. Ersetzen Sie diese durch inspirierende, vielfältige und echte Darstellungen von Menschen, die Ihnen gut tun und beobachten Sie, was das mit Ihnen macht.

  • Üben Sie sich in Achtsamkeit für Ihre Körperempfindungen

Statt ständig zu bewerten, wie Ihr Körper aussieht, versuchen Sie wahrzunehmen, wie er sich anfühlt: warm, gespannt, müde, lebendig? Ein täglicher Bodyscan oder eine kurze Achtsamkeitsübung kann helfen, sich wieder mit dem eigenen Körper zu verbinden.

  • Wehren Sie sich gegen Ihren inneren Kritiker

Achten Sie mal bewusst auf Ihre Gedanken, wenn Sie in den Spiegel schauen. Würden Sie so mit einer guten Freundin sprechen? Wahrscheinlich nicht. Antworten Sie dem inneren Kritiker mit einer freundlichen Stimme. Statt „Ich sehe furchtbar aus“ sagen Sie sich: „Ich habe einen harten Tag hinter mir. Kein Wunder, dass ich müde wirke.“

  • Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen

Perfektionismus ist ein häufiger Antreiber von Selbstkritik und ein echter Energieräuber. Erlauben Sie sich stattdessen, einfach mal gut genug zu sein. Tipp:

Versuchen Sie, an einem Tag ganz bewusst etwas an Ihrem Äußeren „unperfekt” zu lassen. Wählen Sie ein Kleidungsstück, das nicht perfekt passt oder ignorieren Sie den kleinen Fleck auf den Schuhen. Spüren Sie, wie befreiend es sein kann, Perfektion einfach mal zu Hause lassen.

Der Weg zu mehr Selbstakzeptanz beginnt mit dem Mut, sich selbst ehrlich zu begegnen. Es braucht eine bewusste Entscheidung und Antwort auf die Frage: Wie möchte ich in Zukunft mit mir umgehen? Dabei geht es nicht darum, sich jeden Tag wunderschön zu finden. Es geht darum, sich selbst mit Respekt und Freundlichkeit zu begegnen. So, als wären Sie selbst Ihre beste Freundin oder Ihr bester Freund, der Sie einfach hinnimmt, wie Sie sind.

Wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken zu Ihrem Körper überhandnehmen, dass Sie sich selbst kaum noch mit Wohlwollen begegnen können oder dass sich ein dauerhaft negatives Selbstbild etabliert hat, kann psychologische Unterstützung hilfreich sein. Im Rahmen der haben Sie die Möglichkeit, Ihre Psycholog:in flexibel in Ihren Alltag zu integrieren und gemeinsam daran zu arbeiten, Ihr Körperbild zu verbessern, Ihren Selbstwert zu stärken und endlich aus dem Kreislauf der Selbstkritik auszusteigen.

Die Allianz ermöglicht Ihnen die Beratung kostenlos und übernimmt 4 x 50 Minuten Beratung bei Instahelp pro Jahr. Die Kostenübernahme erfolgt für alle Kund:innen mit dem Wahlarzt-Paket Extra. Die Allianz Elementar Versicherungs-AG ermöglicht Ihnen die Beratung kostenlos und übernimmt 4x 50 Minuten Beratung bei Instahelp pro Jahr. Die Kostenübernahme erfolgt für alle Kund:innen mit dem Wahlarzt-Paket Extra.

Mag. Kerstin Schuller ist Klinische und Gesundheitspsychologin bei Instahelp und verfügt über mehr als 13 Jahre Erfahrung in der psychologischen Beratung. Mit Empathie, Klarheit und fachlicher Tiefe begleitet sie Menschen in anspruchsvollen Lebensphasen. Dabei verbindet sie wissenschaftlich fundierte Psychologie mit alltagsnahen und praxistauglichen Impulsen.

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