Grüne Versicherungskarte

Weltspartag: Werden unsere Ersparnisse aufgefressen?

von Julia Leeb / Lesezeit: 3 Min / veröffentlicht am 28.09.2018
„Spare in der Zeit, so hast du in der Not“. Schon zu Schulzeiten haben wir den Spruch gehört, der sich unauslöschlich ins Gedächtnis eingebrannt hat. Und ein Mal im Jahr, am 31. Oktober, wurde der Spargedanke besonders gefeiert. Dann trug man ein paar Schillinge und später eben Euros auf die Bank, zahlte sie aufs Sparbuch ein und wurde dafür mit einem Paar Würstel oder einem Schlüsselanhänger belohnt. Gefühlt hat sich das schon immer genau so abgespielt, tatsächlich seit exakt 94 Jahren.
Abgesehen davon, dass in Zeiten des Online-Banking der persönliche Besuch in der Bankfiliale eher selten geworden ist, hat auch das „gute alte Sparbuch“ dramatisch an Glanz verloren. Auch wenn Herr und Frau Österreicher – immer schon sehr traditionsbewusst – das bisweilen nicht recht wahr haben wollen. Tatsache ist: Im Durchschnitt der letzten sechs Jahre erzielten die sparbuchtreuen österreichischen Haushalte eine reale Rendite von weniger als 1 Prozent – dies ist mit Abstand der schlechteste Wert im gesamten Euroraum.
Besonders heftig wurde es im letzten Jahr. Die zurückgekehrte Inflation konnte mit den extrem minimalen Zinsen am Sparbuch nicht mehr kompensiert werden und ließ die privaten Sparanstrengungen in unserem Land de facto komplett im Sand verlaufen. Während rund um den Globus Aktien und Investmentfonds boomten, flossen in der risikoscheuen Alpenrepublik knapp 80 Prozent der frischen Spareinlagen in klassische Bankprodukte à la Sparbuch. Die reale Rendite der Einlagen fiel damit 2017 auf 0,1 Prozent, also praktisch nichts. Die Sicherheit, die noch blieb, war jene: mit Sicherheit nichts zu verdienen.

Böse Zungen meinen schon seit langem: „Das liebste Buch der Österreicher ist das Sparbuch“. Wertpapiere gelten hingegen, anders als im Rest von Europa, nach wie vor als Spekulationsobjekte. Dabei ist die weit verbreitete Krisen-Skepsis und Investment-Angst in Wahrheit völlig unbegründet.

Vielleicht ist ja gerade der Weltspartag der richtige Moment, einmal nachzudenken, ob der alte Spruch vom „Sparen in der Zeit“ nicht eine neue, modernere Interpretation braucht. Wie wohl Dagobert Duck – übrigens einer Allianz-Umfrage zufolge unter den Top 10-Vorbildern der Österreicher in Sachen Geld verdienen – sein unermessliches Vermögen erwirtschaftet hat?

Aber woran liegt es eigentlich, dass das Sparbuch in Österreich so beliebt ist? Wie könnten wir mehr aus unserem Ersparten machen? Und welche weiteren Tipps kann man befolgen? Das uns mehr erfahren Sie noch diese Woche von Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, im Interview.
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