Am 01. September 2025 läuten für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen in Wien, Niederösterreich und Burgenland die Schulglocken. Für Kinder und Jugendliche aus Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg startet die Schule erst eine Woche später, am 08. September 2025. Da Gesundheit und Wohlbefinden uns, von der Allianz, am Herzen liegen, geben wir Anregungen, wie Sie Ihren Nachwuchs dabei unterstützen können, gut durch den schulischen Alltag zu finden, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und optimal abgesichert zu sein.
Tipps für den ersten Schulstart - Schuleintritt
Der Start in einen neuen Lebensabschnitt ist für jedes Kind ein sehr aufregender und bedeutender Moment. Damit es gleich von Anfang an gut klappt in der Schule, können sie mit folgenden Tipps ihr Kind unterstützen.
- Nähern Sie sich dem Thema Schule mit Ihrem Kind gemeinsam spielerisch. Sie können zum Beispiel Geschichten vorlesen oder gemeinsam Schule spielen.
- Oft ist die Vorfreude auf die Schule sehr groß. Unterstützen Sie diese Freude und genießen Sie gemeinsam den Schritt ins neue Abenteuer.
- Für einen gelungenen Schulstart darf selbstverständlich nicht die passende Schultasche fehlen. Binden Sie Ihr Kind ein und lassen Sie es sich die Schultasche selbst auswählen. Wichtig ist zudem, auf die richtige Passform der Schultasche zu achten.
- Fördern Sie schon in den Monaten davor die Selbständigkeit und Selbstsicherheit. Geben Sie Ihrem Kind den Raum, Aufgaben alleine zu lösen. Natürlich kann bei schwierigeren Aufgaben immer Unterstützung angeboten werden.
- Der Schulstart soll für jedes Kind ein schönes Ereignis sein, daher sollte der Leistungsdruck vermieden werden.
- Vielleicht finden Sie die Zeit und zeigen Ihrem Kind eine Woche vor Schulbeginn den Schulweg und auf welche Gefahren es dabei immer achten sollte.
- Nun ist der große Tag gekommen. Begleiten Sie Ihr Kind und zeigen Sie Verständnis bei möglichen Anfangsschwierigkeiten. Ein offenes Ohr für Anliegen und Erzählungen des Kindes können die weiteren Schultage positiv beeinflussen.
Weitere Tipps für den Schulbeginn für alle
Um Krisen – ob am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in der Familie – besser und schneller einschätzen und darauf reagieren zu können, braucht es Bewusstsein und Wissen. Denn: Psychosoziale Krisen können jede:n von uns betreffen und sind etwas völlig Normales. Die Art und Weise sowie die Wirkung der Hilfestellung auf Betroffene werden sehr oft bagatellisiert und im saloppen Sprachgebrauch oftmals als übertriebene Achtsamkeit abgetan. Dabei kann genau diese Hilfe entscheiden, ob eine Krise zu einem Notfall wird. Zielgerichtete Ersthilfestellungen haben oftmals mit gravierenden Hemmnissen zu kämpfen, die man durch professionelle Wissensvermittlung in psychischen Erste-Hilfe-Kursen abbaut:
- Vorurteile gegenüber psychischen Problemen,
- Informationsdefizite über Hilfsangebote und
- Angst, bei Hilfestellung Falsches zu tun, stechen dabei heraus.
Professionelle Wissensvermittlung als Basis für ein verstärktes Aufeinanderzugehen
Die steigende Zahl der Personen in der Bevölkerung, die von einer psychischen Krankheit betroffen ist, macht eine zunehmende Auseinandersetzung mit dem Thema Psychische Erste Hilfe unumgänglich. Laut Umfragen öffnet sich die Mehrheit der Betroffenen, wenn überhaupt, eher im Familien- oder Freundeskreis denn im beruflichen Umfeld. Umso wichtiger ist es, Awareness zu schaffen und auf eine breite Basis zu stellen, Berührungsängste abzubauen und psychische Ausnahmezustände zu enttabuisieren. Psychische Erste Hilfe stellt einen Erste-Hilfe-Koffer parat, um Warnzeichen zu erkennen, die richtigen Anlaufstellen zu finden und die seelische Gesundheit zu stärken.
Wir alle können helfen – wir müssen nur wissen, wie
Wir können gemeinsam daran arbeiten, psychische Hilfe zu einem selbstverständlichen Teil unseres Miteinanders zu machen: damit wir alle das nötige Werkzeug haben, wenn es darauf ankommt. Ein offenes Ohr, eine aufrichtige Frage und ein mitfühlender Blick können manchmal mehr retten, als wir ahnen, aber was dem Einen harmlos erscheinen mag, kann für Andere bereits ein beunruhigendes Warnzeichen sein. Von der psychosozialen Krise zum psychiatrischen Notfall, die Bandbreite der Ausprägungsmerkmale ist enorm groß und die Liste ihrer Begrifflichkeiten sehr lang. Der Weg von der Krise zum Notfall jedoch ist leider zu häufig ein sehr kurzer und macht psychische Erste Hilfeleistung umso wichtiger.
Tipps für Psychische Erste Hilfe
- Aktives Zuhören und Empathie zeigen: Hören Sie der betroffenen Person aufmerksam zu, ohne zu unterbrechen, und zeigen Sie Verständnis für ihre Gefühle und Wahrnehmungen.
- Sicherstellung der emotionalen Stabilität: Schaffen Sie eine ruhige und sichere Umgebung, um Angst und Verunsicherung zu reduzieren.
- Angebot von Unterstützung und Trost: Vermitteln Sie der Person, dass sie nicht alleine ist, und bieten Sie emotionale Unterstützung, beispielsweise durch beruhigende Worte, an.
- Respektvolle Kommunikation: Gehen Sie respektvoll mit den Gefühlen und Meinungen der Betroffenen um und vermeiden Sie wertende Aussagen.
- Informationen weitergeben: Geben Sie klare, verständliche Informationen über die Situation oder mögliche nächste Schritte, um Unsicherheiten zu verringern.
- Förderung der Selbstwirksamkeit: Ermutigen Sie die Person, selbst kleine Schritte zur Bewältigung ihrer Situation zu unternehmen, und stärken Sie ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
- Erkennen von Anzeichen für akute Gefahr: Achten Sie auf Hinweise für Suizidgedanken oder andere akute Krisen und handeln Sie entsprechend, z.B. durch Kontaktaufnahme mit Fachstellen.
- Weiterleitung an professionelle Hilfe: Überweisen Sie die betroffene Person an geeignete Fachstellen oder Therapeuten, wenn eine längerfristige Unterstützung notwendig ist.
- Selbstschutz für Helfer:innen: Achten Sie auf Ihre eigene emotionale Stabilität und holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung.
- Dokumentation und Nachsorge: Notieren Sie relevante Beobachtungen und stellen Sie sicher, dass die Person weitere Unterstützung erhält oder begleitet wird.
Diese Tipps sind allgemein gehalten und sollten je nach individueller Situation und den spezifischen Bedürfnissen der betroffenen Person angepasst werden. Wenn Sie Interesse daran haben, mehr über Psychische Erste Hilfe zu erfahren, könnte es sinnvoll sein, an einem Kurs teilzunehmen, um Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Im neuen Spezialkurs Psychische Erste Hilfe für jede:n der Johanniter werden Teilnehmende geschult, wie sie Alarmsignale frühzeitig wahrnehmen und Menschen in psychischen Ausnahmesituationen beistehen können.
Übrigens: Im Rahmen unserer Sommeraktion sind alle Kurse im Juli und August 2025 für nur 40,- Euro erhältlich – eine gute Gelegenheit, sich weiterzubilden.
Mehr von und über die Johanniter Österreich finden Sie unter Die Johanniter Österreich und ihre Angebote!
Über die Autorin:
Doris Kubista
Doris Kubista ist Sanitäterin, Trainerin und Vortragende für Erste-Hilfe und für Psychische Erste-Hilfe für jede:n bei den Johannitern Österreich.