Grüne Versicherungskarte

Parklücke, wo bist du?

von Lisa Riemann / Lesezeit: 2 Min / veröffentlicht am 21.09.2018

Einmal um den Häuserblock und noch einmal und noch einmal. Da, endlich eine Parklücke, um Haaresbreite zu klein. Weiterkreisen. Aber jetzt, dort drüben, oh nein eine Einfahrt! Und weiter geht die mühsame Tour. Nicht weniger als 41 Stunden im Jahr verbringt zum Beispiel der durchschnittliche (deutsche) Autofahrer mit der Parkplatzsuche, also mehr als eine Vollzeit-Arbeitswoche, wie eine aktuelle Studie bestätigt.

 

Nicht nur wertvolle Lebenszeit geht dabei verloren, auch Kraftstoffverbrauch und Schadstoff-Ausstoß sind alarmierend. Studien zeigen, dass der volkswirtschaftliche Schaden, den das Parkdilemma verursacht, in Milliardenhöhe liegt. Einmal eingeparkt, werden Autos dann erstaunlich selten wieder in Bewegung gesetzt: 96 Prozent seiner gesamten Lebensdauer steht ein Fahrzeug ungenutzt herum. Logisch, dass bis zu 12 Prozent des gesamten öffentlichen Raumes in Großstädten bereits als Parkraum dienen müssen.
Parken ist aber noch aus einem anderen Grund ein häufiges Ärgernis für Autofahrer. Bei unseren deutschen Nachbarn ist fast jeder zweite gemeldete Schaden in der Kfz-Versicherung ein Park- oder Rangierunfall. Nur 16 Prozent der Parkunfälle passieren dort übrigens beim Einparken, wesentlich häufiger kracht’s hingegen beim Ausparken, wo die Konzentration ganz offensichtlich deutlich niedriger ist. Die Zahl der Parkunfälle ist in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Schaden, den Autofahrer dabei verursachen, liegt bei 1.700 Euro.
Vor diesem Hintergrund forderte die Allianz anlässlich ihres sechsten „Autotages“ die Kfz-Wirtschaft auf, dem Thema Parken größte Aufmerksamkeit zu schenken und aktiv bremsende Parkassistenten serienmäßig in alle Neufahrzeuge einzubauen. Das Einsparpotenzial dieser Systeme ist hoch: Nach Auswertung aktueller Forschungsergebnisse einer GDV-Studie unter Beteiligung des Allianz Zentrum für Technik (AZT) könnten zwei Drittel (63 Prozent) der Park- und Rangierschäden vermieden werden, wenn alle Fahrzeuge mit aktiv bremsenden Einparkassistenten ausgestattet wären.
Zum Abschluss noch ein paar erstaunliche Fakten rund ums Parken:
  • Die höchsten Parkplätze der Welt gibt es in Miami. Im Porsche Design Tower fährt man dazu hinauf auf 195 Meter Höhe.
  • Den Weltrekord im Einparken hält seit 2014 der Chinese Han Yue. Mit einem Mini fuhr er in eine Parklücke hinein, die vorne und hinten nur je 4 Zentimeter Platz bot.
  • In Westeuropa gibt es rund 300 Millionen öffentliche Parkplätze, auf 11 Millionen davon muss eine Gebühr entrichtet werden.
  • Der teuerste Parkplatz der Welt befindet sich in einem Luxushaus in Honkong und kostete seinen Besitzer 565.000 Dollar.
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