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Hagelschaden Auto

Hagel – der ganz normale Wetterwahnsinn

von Lisa Riemann / Lesezeit: 2 Min / veröffentlicht am 16.08.2018

Zügig geht es auf der Südautobahn von Wien weg Richtung Wechsel. Doch über den Bergen braut sich wieder mal etwas zusammen, wie so häufig in diesem Sommer. Schon prasseln die ersten Regentropfen aufs Autodach, doch es kommt noch dicker. Hagel setzt ein, was jetzt? Unter einer Brücke stehen bleiben, auf den Parkplatz ausweichen und abwarten, oder Augen auf und durch…? Tausende Autofahrer in Österreich hatten in den vergangenen Wochen ein Erlebnis wie dieses. Und nicht immer gelingt es, sein Fahrzeug ungeschoren durch den Wetterwahnsinn zu bringen.

 

 

Rund 30.000 Autos werden in Österreich alljährlich durch Hagel beschädigt, 80 Prozent dieser Schäden treten in den Hochsommermonaten Juli und August auf. Österreich liegt, wie der Wetterbeobachtungs-Verein „Skywarn“ ermittelte, im „geographischen Hagel-Epizentrum Europas“. Etwa zehn Mal im Jahr kommt es zu Unwettern mit zerstörerischen, vier bis zehn Zentimeter großen Hagelkörnern, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h vom Himmel fallen. Betroffen ist nahezu das ganze Land, eine besondere Häufung der Hagelereignisse lässt sich aber im Südosten des Bundesgebietes feststellen.
In einer aktuellen Serie von Experimenten befasste sich jetzt das Allianz Zentrum für Technik mit der Hagelgefahr für Fahrzeuge. Das Ergebnis: Bereits bei drei Zentimetern Durchmesser können Hagelkörner Windschutzscheiben kaputt machen und Fahrzeugoberflächen aus Aluminium oder Stahlblech mit vielen kleinen Dellen beschädigen. Wer eines der modernen, aber noch eher seltenen Carbon-Autos fährt, darf sich bei Hagel etwas sicherer fühlen. Erst bei mehr als fünf Zentimeter großen Hagelkörnern treten dort Schäden an der Karosserie auf. Bemerkt man Dellen oder Risse am Autodach auf, muss dieses auf jeden Fall unverzüglich ausgewechselt werden, gleich aus welchem Material es besteht.
Für den Fall des Falles sollten Autofahrer immer eine Hageldecke im Kofferraum mitführen, die bei Bedarf auf Dach und Motorhaube gelegt werden kann, rät der  ÖAMTC. Besser ist es freilich – wenn möglich – im Falle einer Hagelprognose auf die Fahrt ganz zu verzichten und das Auto gut geschützt in einer Garage stehen zu lassen.
Noch bedrohlicher wird es für Radfahrer, die in ein Hagel-Unwetter geraten. Wie die Allianz Forscher feststellten, durchschlägt ein sechs Zentimeter großes Hagelkorn einen Fahrradhelm praktisch ungebremst und hätte für den Radfahrer fatale Folgen gehabt.
Fazit: Egal ob am Rad oder im Auto – sobald es zu hageln beginnt, sollte man schnellstens Schutz suchen. Aber bitte keinesfalls unter Bäumen, denn durch Astbrüche oder entwurzelte Bäume droht vielleicht sogar noch größere Gefahr, wie ein tragischer Todesfall im Grazer Stadtpark unlängst bewies.

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