Reisen mit dem Hund planen und genießen

Von: Allianz Redaktion
Lesezeit: 5 Min
Veröffentlicht am: 14.10.2025

Immer mehr Tierliebhaber möchten auf Reisen nicht auf Ihren treuen Begleiter verzichten. Mittlerweile gibt es zahlreiche hundefreundliche Ferienangebote und Unterkünfte, die Ihren Urlaub zu einer unvergesslichen Reise mit dem besten Freund des Menschen machen.

Eine Reise mit dem Hund sollte gut geplant sein. Das geht von medizinischen Fragen und lokalen Einreisebestimmungen bis hin zur Wahl des richtigen Transportmittels. Unser Ratgeber gibt Ihnen einen klaren Überblick über die wichtigsten Aspekte, die es bei einer Reise mit Ihrer Fellnase zu beachten gibt.

Für einen Urlaub mit Ihrem Vierbeiner eignet sich die Nebensaison am besten, da wesentlich weniger Touristen unterwegs sind. Das bedeutet nicht nur weniger Stress für Ihren Hund, es ist außerdem einfacher, hundefreundliche Restaurants und Unterkünfte zu finden. An vielen Stränden gelten Einschränkungen und Hundeverbote nur während der Hauptsaison, in der Nebensaison können Sie den Strand und das Meer unbesorgt mit Ihrem Liebling genießen.

Im Frühling und im Herbst sind die Temperaturen für Hunde besonders angenehm. Besonders in südlichen Regionen erreichen die Temperaturen in den Sommermonaten oft die 40-Grad-Marke - für unsere pelzigen Freunde fast unerträglich.

Sollte es doch ein Sommerurlaub werden, lassen sich einige Vorkehrungen treffen, um Ihren Vierbeiner vor der Hitze zu schützen. Bei Hunden mit langem, dickem oder dunklem Fell lohnt es sich, dass Fell auszudünnen oder ihnen vorübergehend einen Kurzhaarschnitt zu verpassen. Außerdem gibt es kühlende Decken, Halstücher und Westen, die an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.

Auch ein Winterurlaub birgt Risiken. Bei sehr kalten Temperaturen kann sich Ihr Liebling schnell erkälten oder eine Magenschleimhautentzündung bekommen. Streusalz nach Schneefall reizt die Haut der Ballen und kann schnell zu offenen Wunden führen. Schützen Sie also Ihren Hund mit wärmender Hundebekleidung und einem Pfotenschutz.

Achten Sie darauf, dass ein Klimawechsel besonders bei älteren oder empfindlichen Hunden Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben kann. Haben Sie also immer ein Auge auf Ihre Fellnase und vermeiden Sie weitestgehend stressige Situationen.

Ob Strand-, Wander-, Ski- oder Wellnessurlaub, die schönsten Urlaubsmomente möchte man gerne mit seinem Vierbeiner teilen. Aber ist wirklich jedes Ziel für eine Reise mit dem Hund geeignet?

Am besten überlegen Sie bereits im Vorhinein, ob die geplante Reise für den Hund zumutbar ist. Manche Hunde werden leicht reisekrank oder sind nervös, wenn sie längere Zeit von ihren Besitzer:innen getrennt werden (z.B. Quarantäne im Zielland).

Bedenken Sie bei der Planung des Urlaubs auch die Lebensphase und den Gesundheitszustand Ihres Hundes. Besonders Flugreisen mit Hund sind sehr stressig und kräftezehrend für unsere pelzigen Freunde. Für Welpen unter 3 Monaten, Senioren, kranke oder trächtige Tiere sind lange Reisen sehr riskant, weshalb sie besser zuhause in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben sollten.

Für einen schönen Urlaub muss es nicht unbedingt ein exotisches Fernziel sein. Viele europäische Länder wie Deutschland, Frankreich, Kroatien oder Italien bieten schöne, hundefreundliche Strände und sind auch mit dem Auto oder dem Zug erreichbar. Für Wander- oder Skiausflüge bieten die Berglandschaften in Österreich oder der Schweiz idyllische Wanderwege, steile Skipisten und gemütliche Unterkünfte.

Eine erste Hürde sind oftmals schon die Einreisebestimmungen des Ziellandes. Besonders bei Reisen in Nicht-EU-Länder müssen Sie nicht nur mit strengen Regelungen bei der Einreise rechnen, sondern auch mit zusätzlichen Anforderungen bei der Rückkehr in die EU. Informieren Sie sich daher rechtzeitig über die geltenden Bestimmungen, sowohl für die Einreise in Ihr Zielland, als auch für die Wiedereinreise in Ihr Heimatland.

Jeder Hund, der ins Ausland reist, muss gechipt werden. Registrierungen, die vor dem 3. Juli 2011 durch eine Tätowierung durchgeführt wurden, sind ebenfalls gültig, sofern sie gut lesbar sind. Sowohl die Mikrochipnummer als auch die Tätowierung werden im EU-Heimtierausweis festgehalten. Dieser enthält allgemeine und gesundheitliche Informationen über Ihr Haustier und muss bei jeder Auslandsreise mitgeführt werden

Die meisten Länder haben strenge Vorschriften, was Impfungen und vorbeugende Behandlungen vor der Einreise betrifft. Die wichtigsten dabei sind eine Tollwutimpfung, ein Nachweis über eine aktuelle Bandwurmbehandlung und ein Gesundheitszeugnis.

Informieren Sie sich so früh wie möglich, welche medizinischen Anforderungen Ihr Hund erfüllen muss. Achten Sie auch darauf, dass es für viele Impfungen und Behandlungen strenge zeitliche Regelungen gibt. Das bedeutet, dass sie nicht zu früh oder zu spät durchgeführt werden dürfen.

Bedenken Sie auch die geltenden Verhaltensregeln vor Ort. Zum Beispiel gilt in vielen Ländern eine Leinen- und/oder Maulkorbpflicht an öffentlichen Plätzen. Für Listenhunde, also Hunderassen oder Mischlinge, die als potenziell gefährlich eingestuft werden, gelten in vielen Ländern strengere Vorschriften bei der Einreise, beziehungsweise sogar Einreiseverbote.

Unterwegs ist es oft schwierig, schnell und sicher die richtigen Medikamente für Ihr Tier zu bekommen, vor allem im Ausland. Informieren Sie sich daher im Voraus über gängige Krankheiten und Gesundheitsrisiken in Ihrem Urlaubsland und lassen Sie vorbeugend die entsprechenden Behandlungen durchführen.

Zu den gängigsten Krankheiten, denen Ihr Tier während der Urlaubsreise ausgesetzt sein könnte, zählen Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose (Herzwürmer) und Lyme-Borreliose. Besonders Flöhe, Zecken und Moskitos sind eine Gefahr, da Sie einige dieser Krankheiten übertragen können.

Am besten besorgen Sie sich vor Reiseantritt mit vorbeugenden Medikamenten wie Schutzmittel gegen Flöhe & Zecken und lassen Ihren Vierbeiner gründlich untersuchen. Im Urlaubsland vermeiden Sie am besten rohes Fleisch und kontaminiertes Leitungswasser, zur Vorbeugung gegen Bandwürmer.

Einige Länder verlangen außerdem einen Nachweis über Impfungen gegen bestimmte Krankheiten. Vergewissern Sie sich, dass Sie über alle erforderlichen Dokumente verfügen, da Ihnen sonst möglicherweise die Einreise untersagt wird.

Die Wahl des Verkehrsmittels sollte auf Ihren Vierbeiner abgestimmt sein. Manche Hunde reisen besonders gerne im Auto, anderen macht eine Flugreise nichts aus. Jede Transportmöglichkeit bietet Vor- und Nachteile, die Sie bei Ihrer Wahl bedenken sollten.

Für die meisten Hunde ist das Auto die angenehmste Art zu reisen. Während der Fahrt können ausreichend Pausen eingelegt werden, damit der Hund sich bewegen und Gassi gehen kann. Trotzdem ist es besser, auf Reisen bei großer Mittagshitze oder zu Hauptverkehrszeiten zu verzichten. Um der Reisekrankheit entgegenzuwirken, sollten Sie Ihren Hund mindestens zwei Stunden vor Fahrtantritt nicht mehr füttern.

Wenn Ihr Hund noch nicht so richtig ans Autofahren gewöhnt ist, ist es ratsam, vor der Reise mit ihm zu trainieren. Lob, Leckerlis und Streicheleinheiten sind hier besonders hilfreich.

Am sichersten fährt Ihr Hund in einer speziellen Reisebox. Diese können fest im Auto befestigt und mit Decken, Kissen und Spielzeug ausgestattet werden. Weitere Möglichkeiten sind ein Hundenetz/-gitter oder ein Sicherheitsgeschirr. Beide Optionen bieten allerdings weniger Schutz und Komfort für Ihren vierbeinigen Freund.

Vor einer längeren Zugreise unternehmen Sie am besten einige kurze Fahrten mit Ihrem Vierbeiner, um ihn an den Zug zu gewöhnen. Informieren Sie sich frühzeitig über die Ticketpreise und Transportvorschriften der jeweiligen Bahngesellschaft. Nicht alle erlauben die Mitnahme von Haustieren, in manchen gilt eine Maulkorb- und Leinenpflicht.

Überprüfen Sie, ob es während der Fahrt genügend Möglichkeiten zum Gassigehen gibt. Damit sich Ihr Hund während der Fahrt wohl fühlt, können Sie die eigene Wasserschüssel und eine weiche Decke mitnehmen. 

Flugreisen bedeuten grundsätzlich großen Stress für Ihren Hund. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt/Ihrer Tierärztin, ob Ihr Hund fit genug dafür ist. Wenn Ihr Hund leicht gestresst ist oder unter Angstzuständen leidet, ist es besser, ein anderes Transportmittel zu wählen.

Jede Fluggesellschaft hat andere Transportvorschriften für Hunde. Manche erlauben es, kleinere Hunde in die Kabine mitzunehmen, bei anderen müssen Hunde ausnahmslos im Frachtraum mitreisen. Im schlimmsten Fall verbietet die gewählte Fluglinie sogar den Transport von Haustieren. In diesem Fall müssen Sie eine andere Airline wählen.

Üblicherweise muss die Mitnahme eines Hundes der Fluggesellschaft gemeldet werden. Das erledigen Sie am besten gleich, wenn Sie Ihr Ticket buchen.

Kleine Hunde, die in der Kabine mitreisen dürfen, müssen in einer Transportbox oder einer speziellen Transporttasche untergebracht werden. Bei manchen Flügen kann auch ein Sitz für den vierbeinigen Begleiter gebucht werden. Am besten überprüfen Sie auch hier die Bestimmungen der Airline.

Wenn Ihr Hund im Frachtraum reisen muss, sollte er früh an die Transportbox gewöhnt werden. Um ihm die Reise zu erleichtern, kann die Box mit der Lieblingsdecke und Leckerlis ausgestattet werden. Für den Fall, dass Sie und Ihr Hund nicht gemeinsam am Ziel ankommen, sollten ein Fütterungsplan und wichtige Informationen in die Box gelegt werden. Eine gute Idee ist auch eine Plakette am Halsband, auf der die Adresse des Reiseziels steht.

Eine Reise ans Meer oder an einen See sind oft mit einer Bootsfahrt verbunden. Auch hier ist es am besten, den Hund vorher an das neue Transportmittel zu gewöhnen.

Die Vorschriften auf Fähren und Ausflugsschiffen können variieren. Mal kann Ihr Hund sich frei an Deck bewegen, mal muss er eine Leine und einen Maulkorb tragen. In seltenen Fällen gibt es eine Hundezwinger-Vorschrift. Auch der Impfpass muss in den meisten Fällen mitgeführt werden. Auf Kreuzfahrtschiffen gilt meist ein striktes Hundeverbot.

In jedem Land gelten andere Einreisebestimmungen. Am besten informieren Sie sich bereits ungefähr ein halbes Jahr im Voraus, welche Anforderungen erfüllt werden müssen. Zwei Punkte sind dabei besonders wichtig: der EU-Heimtierausweis und die Tollwutimpfung.

Der EU-Heimtierausweis ist ein offizielles Dokument, das Informationen zu Ihrem Haustier und seinem Gesundheitszustand enthält. Er muss auf jeder Auslandsreise mitgeführt werden, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU. Besonders wichtig sind Nachweise von Impfungen und die Mikrochipnummer, da diese in den meisten Ländern Voraussetzung für die Einreise sind.

Den Ausweis erhalten Sie bei allen Tierärzt:innen. Achten Sie darauf, dass der Ausweis immer aktuell ist und alle Behandlungen angeführt werden.

Die wichtigste Impfung bei Auslandsreisen ist die Tollwutimpfung. In vielen EU-Ländern ist sie eine der Voraussetzungen für die Einreise, darunter Österreich. Daher brauchen Sie spätestens bei der Wiedereinreise nach Österreich gültigen Nachweis über die Impfung.

Einige Länder verlangen zusätzlich einen Tollwut-Antikörpertest. In Österreich wird dieser Test von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführt. Wenn Sie aus einem Land mit einem niedrigeren Tollwutstatus (z.B. Türkei, Montenegro, Thailand) in die EU zurückkehren, ist ein Tollwut-Antikörpertest Pflicht. Er kann frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung durchgeführt werden.

Auch bei Bandwurmbehandlungen gelten in Ländern wie Großbritannien, Irland und Finnland strenge Regelungen. Für die Einreise muss der EU-Heimtierausweis einen Nachweis über eine kürzlich erfolgte Behandlung enthalten. Informieren Sie sich, ob dies auch bei Ihrem Urlaubsziel der Fall ist.

Mit einem gut gepackten Reisekoffer ist man für alle Eventualitäten gewappnet. Um den Aufenthalt für Ihren Hund so stressfrei wie möglich zu machen, ist es ratsam, einige vertraute Dinge mitzunehmen. Besonders wichtig sind:

  • EU-Heimtierausweis
  • Impfpass
  • eventuell Gesundheitsnachweis
  • Kopie der Hundehaftpflichtversicherung
  • der eigene Wassernapf und Trinkwasser
  • Futternapf und gewohntes Futter
  • Spielzeug und Kauknochen
  • Plastikbeutel zum Entfernen von Hinterlassenschaften
  • Transportbox mit Lieblingsdecke
  • Leinen und Maulkorb
  • Ersatzbrustgeschirr und -halsband

Damit Ihr Hund unterwegs rundum gesund bleibt, gehört für den Hund eine eigene Reiseapotheke ins Gepäck. Dafür lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt/Ihrer Tierärztin beraten. Hier trotzdem einige Dinge, die unbedingt dabei sein sollten:

  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Durchfallmittel (z.B. Kohletabletten)
  • Elektrolytpulver
  • Pinzette und Zeckenzange
  • Parasitenprophylaxe
  • Sonnenschutzmittel (für Kurzhaarrassen)
  • Desinfektionsspray
  • Wundsalbe oder -spray
  • Salben für Ohren und Augen
  • Kühlkompressoren und Verbandsmaterial
  • Einwegspritze und Einweghandschuhe

Ja, wenn er körperlich und mental fit genug ist und er die Anforderungen für die Einreise in Ihr Zielland erfüllt (z.B. Mikrochip und Tollwutimpfung).

Aufgrund der Tollwutimpfung gilt in vielen Ländern ein Mindestalter von 4 Monaten bzw. 15 Wochen bei Reiseantritt. Laut EU-Verordnung dürfen Hundewelpen erst ab 12 Wochen gegen Tollwut geimpft werden. Danach braucht der Impfstoff ungefähr 21 Tage, bis er vollständig ausgebildet ist.

Achten Sie bei der Planung besonders auf medizinische Anforderungen für die Einreise (z.B. Tollwutimpfung), vorherrschende Krankheiten im Zielland, lokale Bestimmungen und Verhaltensregeln (z.B. Leinen- und Maulkorbpflicht), die Wahl des richtigen Transportmittels und die Mitnahme des EU-Heimtierausweises. Es lohnt sich auch der Abschluss einer Hundeversicherung zum Schutz Ihres Tieres und im Fall von Schäden an Dritten.

Nein, der EU-Heimtierausweis muss bei jeder Reise ins Ausland mitgeführt werden.

Disclaimer: Diese Übersicht ist unverbindlich und stellt lediglich einen Überblick dar.