Sommerreifen im Winter

Sommerreifen im Winter - Wann steigt die Versicherung aus?

von Julia Leeb / Lesezeit: 2 Min / veröffentlicht am 19.11.2018
Der heurige Sommer war schnell hinüber, es ist bereits November. Die Tage werden kürzer, kälter und ungemütlicher. Christkindlmärkte sind bereits in der Aufbauphase, am Wiener Rathausplatz steht sogar schon der Weihnachtsbaum, und die passionierten Wintersportler erwarten gespannt das jährliche Ski-Opening. Höchste Zeit also, sich auch Gedanken über die Wintertauglichkeit seines fahrbaren Untersatzes zu machen. Und was bedeutet das überhaupt für den Versicherungsschutz, wenn man im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist?
Winterreifen Pflich

Von 1. November bis 15. April herrscht in Österreich die so genannte „situative Winterreifenpflicht„. Das heißt, dass Sie Ihr Auto bei winterlichen Fahrverhältnissen wie Schneefahrbahn, Glatteis, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit den passenden Winterreifen ausstatten müssen.

Winterreifen sind mit einer Kennzeichnung für Matsch und Schnee versehen (M+S, M.S., M&S und weitere Variationen) und müssen eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Außerdem bestehen Winterreifen aus einer speziellen Gummimischung, deshalb bleiben sie bei Temperaturen unter 7° Celsius elastischer als Sommerreifen.

Achtung: Sommerreifen mit Schneeketten an den Antriebsrädern sind nur dann erlaubt, wenn die Straße durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist.

Wieso ist es – unabhängig von der gesetzlichen Vorschrift – überhaupt wichtig, bei winterlichen Fahrverhältnissen auf Winterreifen umzusteigen? Ganz einfach – wegen der Sicherheit! Sie haben mehr Grip, das bedeutet einen kürzeren Bremsweg und ein geringeres Unfallrisiko.

Und abgesehen von der Strafe, die droht, wenn man bei winterlichen Straßenverhältnissen ohne passende Reifen erwischt wird (35 bis 5000 Euro!), hat die richtige Bereifung auch Einfluss auf den Kfz-Versicherungsschutz.

Die Haftpflichtversicherung übernimmt in jedem Fall den Schaden des Unfallopfers, auch dann, wenn nicht jahreszeitgemäße Reifen aufgezogen waren. Falls jedoch festgestellt wird, dass die falschen Reifen ausschlaggebend für den Unfall waren, kann die Haftpflichtversicherung unter Umständen einen Teil der Leistungen zurückverlangen.

Anders ist die Situation bei der Vollkaskoversicherung: Wer beispielsweise mit Sommerreifen ins verschneite Hochgebirge fährt, handelt grob fahrlässig. Sollte es bei solchen Bedingungen zu einem Unfall kommen, droht der Verlust des Versicherungsschutzes.

  • Alle Pkw, Kombis und Lastkraftwagen bis 3,5 Tonnen müssen mit Winterreifen (und/oder Schneeketten) ausgestattet sein.
  • Ausgenommen sind Mopeds, Mofas und Motorräder.
  • Winterreifen müssen an allen vier Rädern angebracht werden.

Um Kosten zu sparen, setzen viele Autofahrer ihre abgefahrenen Winterreifen als Sommerreifen ein. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, denn der Bremsweg mit abgefahrenen Winterreifen ist wesentlich länger. Ursache dafür ist die weichere Gummimischung von Winterpneus, die durch heißen Asphalt und hohes Tempo noch weicher wird. Auch die Bodenhaftung bei nasser Straße ist bei weitem nicht so gut wie bei Sommerreifen.

Wichtig bei Autofahrten im Winter ist aber nicht nur die richtige Bereifung, auch auf das richtige Fahrverhalten kommt es an. Gute Fahrt!

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