Besser schlafen bei Hitze

Keep cool: So sorgen Sie für guten Schlaf bei sommerlichen Temperaturen

von Lisa Riemann / Lesezeit: 3 Min / veröffentlicht am 29.06.2020

Erholsamer Schlaf steht im Ruf, die Kreativität zu steigern, Beziehungsproblemen vorzubeugen und das Herzinfarktrisiko zu senken. Daher sollten wir uns auch in heißen Sommernächten nicht um das wertvolle Gut bringen lassen.

Wenn der Kreislauf auf Hochtouren arbeitet, um die Körperkerntemperatur trotz Hitze konstant zu halten, ist es an der Zeit, für Abkühlung zu sorgen. Was Sie tun können, um die nahenden Tropennächte gut und erholt zu überstehen, verraten wir in diesem Beitrag.

 

Mit richtigem Lüften bringen wir Frische ins Zuhause. Wesentlich ist aber der Zeitpunkt: Denn nur vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang ist Abkühlung garantiert. Die Fenster zu dieser Zeit vollständig und länger am Stück geöffnet zu halten, sorgt für idealen Luftaustausch.

Eine angenehme Brise schafft auch das sogenannte Querlüften, bei dem Fenster an gegenüberliegenden Seiten des Wohnraums/Zimmers geöffnet werden. Der dadurch entstehende Luftsog sorgt für Frische und lässt insbesondere auch feuchte Luft abziehen. In besonders schwülen Nächten fällt die Wirkung allerdings bescheiden aus: Ist es im Innenraum ebenso warm und feucht wie vor dem Fenster, kommt das Querlüften an seine Grenzen.

Die effektivste Methode, Hitze aus dem Schlafzimmer zu verbannen, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Das gelingt am besten, indem wir den Schlafbereich tagsüber konsequent verdunkeln. Ein außen angebrachter Sonnenschutz erweist sich in diesem Zusammenhang als besonders wirksam, denn er kann die Einstrahlung um bis zu 75% reduzieren.

Innenliegende Jalousien und dunkle, dichte Vorhänge können zwar einen Beitrag zur Hitzeprävention leisten, sind mit 25% Strahlungsreduktion allerdings weit weniger effektiv. Da ein Teil der Lichtenergie schon beim Passieren der Scheibe in Raumwärme umgesetzt wird, sollten wir – wo möglich – auf Verdunkelung mittels Außenjalousie oder Markise setzen.

Matrosen auf großen Stahltankern hüllten sich einst in kühle, nasse Laken, um Tropennächte gut zu überstehen. Dank unserem Kühlschrank haben wir eine mindestens so effektive, aber deutlich bettfreundlichere Alternative zur Hand: Einfach das als Decke verwendete Leintuch für kurze Zeit ins Gefrierfach legen, um von einem angenehmen, schlaffördernden Erfrischungseffekt zu profitieren.

Wer trotzdem noch ins Schwitzen gerät, kann auch zu „Eissocken“ greifen. Einzige Voraussetzung: Die im Tiefkühler auf frostige Temperaturen gebrachten Kleidungsstücke sollten aus dünnem und hochwertigem (Natur-)Material bestehen – andernfalls kann sich die gewünschte Wirkung während der Nacht ins Gegenteil verkehren.

Um sicherzugehen, dass Austrocknung nicht den Schlaf raubt, sollten wir vor Bettruhe ein bis zwei Gläser eines (möglichst lauwarmen) Getränks zu uns nehmen. Auf eisige Erfrischungen zu verzichten, mag widersinnig klingen, entlastet aber unsere körperinternen Systeme, die Zugeführtes sonst energieaufwändig und damit wärmebildend auf Körpertemperatur bringen müssen.

Alkoholische Getränke sollten in Hitzephasen generell gemieden werden: Sie fördern zwar das schnelle Einschlafen, entziehen unserem Organismus aber Wasser und belasten den bei Hitze ohnehin schwer beschäftigten Kreislauf.

Nicht nur die Kleidung darf luftiger werden – auch unsere Bettwäsche sollte der warmen Jahreszeit angepasst werden. Auf atmungsaktive, kühlende Naturmaterialien wie Leinen, Seide oder Baumwolle zu setzen, hilft selbst die heißesten Nächte zu überstehen.

Synthetische Fasern sollten in Hitzephasen ganz aus dem Schlafbereich verbannt werden, da sie das Schwitzen begünstigen, wenig Feuchtigkeit aufnehmen und somit für ein unbehagliches Gefühl sorgen.

Ein im Schlafzimmer platzierter Wäscheständer mit nassen Tüchern wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, denn beim Trocknungsprozess wird der Umgebungsluft Wärme entzogen. Für die Verstärkung des Effekts sorgt ein unter dem Ständer positionierter Ventilator, der eine angenehm-feuchte Brise erzeugt. Hängt ein Teil des Tuchs in ein wassergefülltes Gefäß, hält die Erfrischungswirkung außerdem die ganze Nacht an.

Wer diese Variante für zu umständlich hält, kann einen ähnlichen Effekt durch ein nasses Tuch vor dem geöffneten Schlafzimmerfenster erzielen.

Die Inhaltsstoffe des Lavendels wirken kühlend auf unserer Haut. In Körpersprays und Roll-Ons eingesetzt, können sie daher unterstützen, Hitzeperioden besser zu überstehen und den Schlaf trotz hoher Temperaturen zu fördern. Schon wenige Tropfen einer geeigneten Essenz (auf Handgelenke, Hals oder Schläfen) reichen aus, um einen Erfrischungseffekt zu erzielen. Ätherisches Lavendelöl eignet sich außerdem hervorragend als Zusatz für ein erfrischendes Entspannungsbad vor dem Zubettgehen.

Wer bei hohen Temperaturen frisch und erholt bleiben will, sollte auch darauf achten, was auf dem Teller landet. In unserem nächsten Beitrag erfahren Sie, was ein leichter Speiseplan für Ihren Sommer tun kann.

Quellen:
https://www.smarticular.net/besser-schlafen-bei-hitze-ohne-klimaanlage-top-tipps/
https://www.travelcharme.com/blog/schlafen-bei-hitze/
https://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/6-Schlaftipps-fuer-heisse-Tage
https://www.br.de/nachrichten/wissen/tropische-naechte-so-schlafen-sie-trotz-hitze-gut,RTldHS9
https://www.stern.de/gesundheit/schlaf/hitze-experte-erklaert–wie-sie-in-tropischen-naechten-cool-bleiben-8774504.html
https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/schlafen/nachtruhe/tid-14923/forschung-wie-schlafmangel-den-hunger-weckt_aid_417732.html
https://www.luftfeuchtigkeit-raumklima.de/richtig-lueften/im-sommer.php
https://www.berlin.de/special/immobilien-und-wohnen/ratgeber/1203508-893025-hitzesobleibtdiewohnungimsommerk%C3%BChl.html
https://www.kenn-dein-limit.de/aktuelles/artikel/schlafstoerungen-durch-alkohol/
https://www.kenn-dein-limit.info/news/artikel/vorsicht-alkohol-und-hitze-vertragen-sich-nicht.html
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