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Sicher zu Fuß: Vom Zebrastreifen ins Krankenhaus?

von Lisa Riemann/ Lesezeit: 3 Min / veröffentlicht am 22.05.2019
Mehr als eine halbe Million Menschen verlieren pro Jahr weltweit ihr Leben zu Fuß im Straßenverkehr. In Österreich verunglückten allein 2018 fast 4.000 Fußgänger, davon 47 Personen tödlich. Besonders gefährdet: Menschen über 65 Jahren und die so genannten „Smombies“, also Menschen, die durch den ständigen Blick auf ihr Smartphone derart abgelenkt sind, dass sie alles um sich herum ausblenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Allianz Zentrum für Technik.
Zwar ging die Zahl der verunfallten Fußgänger in Österreich im langjährigen Vergleich zurück, der Anteil der getöteten Fußgänger an der Gesamtzahl der Verkehrstoten blieb allerdings annähernd gleich. Zudem kam es zu einer Verlagerung des Unfallgeschehens auf das Zweirad: Neue Mobilitätsformen, wie E-Scooter oder Pedelecs, werden immer beliebter – vor allem im urbanen Raum. Aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeit und ihres Gewichts dürfen sie als potenzielles Risiko für den Fußverkehr nicht unterschätzt werden.
Zwei Drittel der Unfälle, bei denen Fußgänger tödliche Verletzungen erleiden, passieren im städtischen Bereich, ein Großteil bei Dämmerung oder in der Nacht. Gerade nächtliches Fahren verleitet manchen Autofahrer aufgrund der geringeren Verkehrsdichte zu weniger Konzentration am Steuer. Alkohol, Müdigkeit, Regelverstöße sind nachts deutlich häufiger festzustellen und bedeuten erhöhte Gefahr für Fußgänger.
Generell sind Fußgänger bei Verkehrsunfällen eher Opfer als Täter, wie die aktuelle Studie zeigt. Das Verhalten der Autofahrer gegenüber Fußgängern hat sich im Laufe der letzten Jahre kaum verbessert, besonders bei Übergängen und beim Abbiegen werden Fehler von Lenkern immer häufiger. Dementsprechend geschieht bereits jeder vierte Fußgänger-Unfall auf dem Zebrastreifen. Allerdings stellt die Studie auch fest: Kreuzungen und Fußgänger-Übergänge sind in vielen Fällen mangelhaft angekündigt und sollten dringend überprüft werden.
Manche Risiken werden massiv unterschätzt. Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass jeder sechste Fußgängerunfall in einer Parkzone erfolgt und fast ein Viertel der Unfälle durch ein rückwärtsfahrendes Kfz beim Anfahren oder Rangieren verursacht wird? Auch die ablenkende Nutzung des Smartphones durch Fußgänger hängt eng mit dem Unfallgeschehen zusammen. 19 Prozent telefonieren häufig, während sie zu Fuß unterwegs sind, 16 Prozent schreiben Nachrichten, 14 Prozent lesen Texte oder betrachten Bilder am Smartphone, 13 Prozent hören Musik – und alle setzen sich damit erhöhter Unfallgefahr aus.
Im Durchschnitt sind Fußwege hierzulande übrigens 1,64 Kilometer lang, dauern 23 Minuten und finden zu einem Drittel in der Freizeit statt. Verglichen mit Deutschland oder mit der Schweiz sind Herr und Frau Österreicher damit nicht gerade leidenschaftliche Fußgänger. Trotzdem verunglücken in Österreich in Relation zur Einwohnerzahl mehr Fußgänger im Straßenverkehr als in unseren beiden westlichen Nachbarländern.
  • Überqueren Sie die Fahrbahn erst, wenn der Kfz-Verkehr tatsächlich angehalten hat.
  • Achten Sie auch bei Kreuzungen mit Ampeln auf abbiegende Fahrzeuge.
  • Nehmen Sie zum Überqueren der Fahrbahn auch einen kleinen Umweg in Kauf, wenn es der Sicherheit dient.
  • Tragen Sie helle oder reflektierende Kleidung, wenn Sie nachts außerhalb gut beleuchteter Zonen unterwegs sind.
  • Achten Sie als Fußgänger nicht nur auf Autos, sonder auch auf Radfahrer und E-Scooter.
  • Lassen Sie sich auch als Fußgänger im Straßenverkehr nicht von Ihrem Smartphone ablenken.
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