Auto & Reise

Marderschaden am Auto verhindern

Von: Allianz Redaktion
Lesezeit: 4 min
Aktualisiert am: 09.2026

Was ist ein Marder?

Der Steinmarder (Martes foina) ist ein kleiner, flinker Allesfresser, der sich als sogenannter Kulturfolger in Österreich perfekt an das Leben in der Nähe von Menschen angepasst hat. Während er in der Natur als geschickter Jäger gilt, ist er in Siedlungsgebieten vor allem als ungebetener Gast im Motorraum bekannt. Mit seinem schlanken Körper und dem buschigen Schwanz gelangt er mühelos in kleinste Nischen und nutzt die Restwärme parkender Autos gerne als geschützten Rückzugsort.

Wann ist ein Marder besonders gefährlich?

Marder im Motorraum

Besonders gefährlich wird es, wenn Marder im Auto Motorraum wüten und wichtige Leitungen im Motorraum attackieren. Ein Marderbiss führt häufig dazu, dass das Cockpit plötzlich wie ein Weihnachtsbaum leuchtet, da Sensoren Fehlermeldungen senden. In solchen Fällen ist Vorsicht geboten: Das Fahrzeug sollte stehenbleiben und zur nächsten Werkstätte abgeschleppt werden. Typische Marderbiss Symptome sind zerbissene Zündkabel, beschädigte Kühlwasserschläuche oder perforierte Scheibenwaschwasser-Schläuche Kunststoffschläuche. Während ein defekter Schlauch für das Wischwasser noch das kleinere Übel ist, können angebissene Zündkabel im schlimmsten Fall zu Fehlzündungen und damit zu einem teuren Katalysatorschaden oder gar einem kompletten Motorschaden führen.

Um das Auto vor Marderschäden zu bewahren, ist schnelles Handeln gefragt. Sobald man Marderspuren am Auto entdeckt, sollte man eine professionelle Motorwäsche durchführen lassen. Marder markieren ihr Revier mit Duftstoffen. Riecht ein anderer Marder diese Markierung, reagiert er oft mit aggressiver Beißwut, um den vermeintlichen Konkurrenten zu vertreiben. Einfache Hausmittel wie Hundehaare im Auto oder WC-Steinen zeigen in der Praxis oft kaum Wirkung, da sich die Tiere schnell an die Gerüche gewöhnen. Auch der Einsatz von Ultraschallgeräten, deren Töne für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind, ist umstritten, da manche Tiere eine hohe Toleranz gegenüber den Frequenzen entwickeln.

Marder im Auto Motorraum

Der Motorraum zieht Marder aus einem einfachen Grund magisch an, er bietet Wärme, Dunkelheit und Schutz vor Fressfeinden. Vor allem nach Fahrten, wenn der Motor noch warm ist, wird der Motorraum zum idealen Unterschlupf für den nachtaktiven Steinmarder.

Das Problem ist besonders gravierend, wenn ein Fahrzeug regelmäßig an verschiedenen Standorten geparkt wird. Das Auto transportiert dabei unwissentlich die Duftmarken eines Marders in das Revier eines anderen – was territoriale Angriffe mit besonderer Beißwut auslöst.

Wer regelmäßig den Motorraum auf frische Bissspuren oder Nahrungsreste kontrolliert, erkennt einen Befall frühzeitig – bevor aus einem angenagten Schlauch ein teurer Motorschaden wird. In der Regel sind Steinmarder besonders zwischen März und Juni aktiv, weshalb gerade in diesen Monaten erhöhte Wachsamkeit geboten ist.

Marder aus dem Auto vertreiben

Wer einen Marder aktiv loswerden möchte, hat mehrere Möglichkeiten – je nach Budget und Situation. Der wirksamste Schutz bleibt eine geschlossene Garage, da Marder dort kaum einen Zugang finden können.

Steht keine Garage zur Verfügung, hilft eine gründliche Motor- und Unterbodenreinigung als erster Schritt. Nur so lassen sich die Duftmarkierungen beseitigen, die weitere Tiere anlocken – denn ohne diese Reinigung dreht sich der Kreislauf aus Angriff und Reviermarkierung immer weiter.

Spezielle Duftstoffe auf Basis von Geraniol können kurzfristig abschrecken, müssen aber nach jeder Fahrt im Regen erneuert werden. Forstinger und Conrad.at bieten zudem bissfeste Schutzschläuche aus Metall an, die empfindliche Kabel dauerhaft vor Marderzähnen bewahren – eine Investition, die sich angesichts möglicher Reparaturkosten von mehreren hundert Euro rasch rechnet.

Hundehaare im Auto als Marderschutz

Hundehaare im Motorraum gelten als klassisches Hausmittel – doch darf deren Wirksamkeit klar in Zweifel gezogen werden. Marder gewöhnen sich rasch an fremde Gerüche, sodass der erhoffte Abschreckungseffekt meist schon nach wenigen Tagen verpufft.

Ähnlich verhält es sich mit WC-Steinen oder Mottenkugeln. Wer sein Fahrzeug wirklich schützen möchte, setzt besser auf einen professionellen Kabelschutz – etwa bissfeste Metallummantelungen für gefährdete Leitungen im Motorraum.

Diese Lösung ist zwar mit etwas mehr Aufwand und Kosten verbunden, schützt aber dauerhaft – unabhängig davon, ob es regnet oder der Motorraum sich aufheizt. Hundehaare mögen gut gemeint sein, ersetzen aber keinen technischen Marderschutz.

Marderbiss Auto Versicherung

Wer einen Marderbiss am Auto entdeckt, fragt sich sofort: Zahlt das die Versicherung? Die klare Antwort lautet: Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen decken Marderschäden ab – die Kfz-Haftpflicht hingegen nicht, da sie ausschließlich Schäden an Dritten absichert.

Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen direkten Schäden und Folgeschäden. Zerbissene Kabel oder Schläuche gelten als direkte Schäden und sind standardmäßig gedeckt. Ein daraus resultierender Motorschaden kann hingegen deutlich teurer werden – nicht jede Kaskoversicherung deckt diese Folgekosten automatisch ab.

Beim Abschluss einer Kfz-Versicherung lohnt es sich daher, genau auf folgende Punkte zu achten:

  • Deckung von Folgeschäden: Sind Motorschäden oder Katalysatorschäden durch Marderbiss miteingeschlossen?
  • Selbstbehalt: Welcher Betrag bleibt im Schadensfall selbst zu tragen?
  • Einbau von Schutzvorrichtungen: Manche Tarife berücksichtigen nachgerüsteten Marderschutz.

Sobald ein Schaden festgestellt wird, sollte dieser umgehend der Versicherung gemeldet und das Fahrzeug nicht weiter bewegt werden.

gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen

Veröffentlicht am 23.05.2017
Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle rechtliche Beratung. Maßgeblich sind immer der konkrete Sachverhalt, die geltenden gesetzlichen Bestimmungen und die jeweiligen Versicherungsbedingungen.