Maderbisse verhindern

Wie kann man Marderbisse verhindern?

von Julia Leeb / Lesezeit: 2 Min / veröffentlicht am 23. Mai 2017

Wie oft ist mir das schon passiert. Das Auto habe ich am Vortag frisch waschen lassen. Mit Extra-Shampoo und Extra-Wachs und Extra-Pflege. Billig war es nicht und dann am nächsten Tag so ein trauriger Anblick. Quer über das Auto, auch über die Windschutzscheibe, wie ein Geschwindigkeitsstreifen bei Ralley-Autos, waren überall Fußtapser eines kleinen Tierchens. War es Nachbars Katze? Ich vereinbarte kurzfristig mit meinem Hund in einem vertraulichen Gespräch eine neue Strategie gegen die miauenden Quälgeister.

Oder war es doch etwas anderes?

Ein Blick in das Internet und meine Fähigkeiten als Fährtensucher waren gefragt. Das Ergebnis war rasch klar. Es war ein Marder.

Des Rätsels Lösung hat mich nicht wirklich begeistert, denn bei Revierkämpfen werden die kleinen Biester richtig übermütig. Nun dachte ich mir – so lange sie auf dem Auto bleiben und nicht in die Motorhaube kriechen, sind sie ärgerlich, aber fast egal. Etwas nachdenklich wurde ich allerdings, als ich beim Nachfüllen des Scheibenfrostschutzes ein abgekiefeltes Salzstangerl im Motorraum fand. Hat der Mechaniker beim letzten Service dies vergessen? Keine Ahnung – keine Erklärung.
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Als meine jüngste Tochter mich kürzlich spät Nächtens anrief, war der Spaß aber vorbei, Das Cockpit leuchtete nach ihren Angaben wie ein Weihnachtsbaum. Irgendetwas passte nicht. Hier wäre jedenfalls eine passende Assistance für das Auto perfekt gewesen, das Lesen der Bedienungsanleitung hat ergeben: Fahrzeug stehenlassen und sofort zur nächsten Werkstätte abschleppen.
Die Klarheit am nächsten Tag: Schaden ist eindeutig durch Marderbiss entstanden. Gut dass ich beim Kauf des Autos mit Mein Kfz „das passende Risikomanagement gewählt habe“ (Anmerkung: auch eine Teilkasko hilft da schon). Meine Empfehlung: mit der Werkstätte auf jeden Fall reden, ob auch im Zuge der Reparatur eine Motorwäsche gemacht wurde. Wenn es im Motorraum nach Marder riecht (??), soll er angeblich gerne wieder kommen.
Die Rechnung hat mehr als 200€ ausgemacht – trotz Versicherung kann ich auf das da capo eines Marderbisses verzichten. Die Erklärung der Experten, dass weder der Geschmack des Schlauchs noch der des Saftes für den Marder der Grund für seine Sachbeschädigung waren, hat mich auch nicht beruhigt.

Die meisten Marderbisse, ca. ein Drittel, geschehen im Mai. Die meisten Marderbisse tauchen übrigens im Osten Österreichs auf. Aber kann ich mich irgendwie davor schützen?

Ein Besuch beim Autofachmarkt und Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen im Büro, die alle ausgezeichnete Tipps beisteuern konnten, führen zu einer raschen Überforderung bei der Entscheidung.

Hundehaarbüschel (obwohl ich die durch meinen Labrador leider genug und ständig griffbereit an meiner Kleidung hätte) bringen genau so wenig wie stinkende Sackerl, die für Menschen widerlich miefen – den Mardern soll es egal sein. Genau so egal wie die Ultraschall-Geräte, auf denen Marder im Testversuch sogar geschlafen haben sollen. Herrlich!

Gitter zum Auflegen auf die Straße – der Spezialtipp des Autofachmarktes – bringen dann angeblich nichts mehr, wenn sich der Marder an den ungewohnten Untergrund gewöhnt hat. Offener Geheimtipp (Oxymoron?) der Nachbarschaft in einem der Außenbezirke der Großstadt (vulgo Wiener Bronx) sind mit Wasser gefüllte Pet-Flaschen, die in der Nacht vor und hinter dem Auto aufgestellt werden. Das Straßenlicht und der Mondschein sollen Reflexionen erzeugen, die dem Marder nicht gefallen und Hunden beim Abendspaziergang ebenso wenig. Nebeneffekt: In unserer Straße schaut es mittlerweile durch die herumliegenden Plastikflaschen aus wie auf der Mülldeponie.

Das einzige, das helfen soll, sind, glaubt man dem Internet, die Geräte, die Stromstöße erzeugen – das finde ich jetzt aber auch grausig.

Ich habe noch gelernt, dass die kleinen Marder der Familie der Hunde zuzurechnen sind. Und so sehr ich ein Hundefreund bin, wenn sie mein Auto ruinieren, mag ich sie nicht.

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