Gesundheit & Vorsorge

Movember: Männergesundheit und Früherkennung

Die wichtigsten Vorsorgeschritte bei Prostatakrebs, Hodenkrebs und mentaler Gesundheit – mit den Früherkennungswegen und Anlaufstellen in Österreich.

Von: Allianz Redaktion
Lesezeit: 5 min
Aktualisiert am: 11.2026

Hinweis

Triggerwarnung

In diesem Beitrag geht es unter anderem um Krebserkrankungen, psychische Belastungen und das Thema Suizid. Das kann belastend sein – gehen Sie beim Lesen achtsam mit sich um. Wenn Sie sich gerade in einer schwierigen Phase befinden, sind Sie damit nicht allein: In Österreich finden Sie rund um die Uhr kostenlose und anonyme Unterstützung, etwa bei der Telefonseelsorge unter 142.

Disclaimer: Die Inhalte dienen zur allgemeinen Information und ersetzen nicht die ärztliche Beratung oder Untersuchung.

Schnell erklärt

Was ist Movember?

Movember ist ein Kunstwort aus „Moustache” (englisch für Schnurrbart) und „November”. Die Bewegung entstand 2003 in Australien, als sich einige Freunde einen Oberlippenbart wachsen ließen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Daraus ist eine weltweite Initiative geworden, die jeden November auf die Gesundheit von Männern aufmerksam macht. Im Zentrum stehen drei Themen: Prostatakrebs, Hodenkrebs und die mentale Gesundheit von Männern, einschließlich Suizidprävention. Seit der Gründung hat die Bewegung über 1,8 Milliarden australische Dollar gesammelt und mehr als 1.600 Gesundheitsprojekte in über 20 Ländern unterstützt. Der Schnurrbart ist dabei das sichtbare Zeichen – eine freundliche Einladung, über etwas zu reden, das sonst leicht unausgesprochen bleibt.

Movember rückt jedes Jahr im November die Gesundheit von Männern in den Mittelpunkt – von Prostata- und Hodenkrebs bis zur mentalen Gesundheit. Im Oktober stand bei uns die Brustkrebsvorsorge im Fokus. Jetzt richten wir den Blick auf die Männergesundheit, denn hier gilt derselbe wichtige Grundsatz: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen. Die gute Nachricht dabei ist, dass die wichtigsten Schritte kleiner sind, als viele denken. In diesem Ratgeber gehen wir sie gemeinsam durch, erklären die Früherkennungswege in Österreich und nennen die Anlaufstellen, die im Fall der Fälle weiterhelfen.

Männergesundheit in Zahlen

Ein paar Zahlen aus Österreich zeigen, warum das Thema Aufmerksamkeit verdient und warum Früherkennung so viel bewirken kann:

  • Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Österreich und macht rund ein Drittel aller Krebsdiagnosen bei Männern aus. Früh erkannt, sind die Behandlungschancen sehr gut.
  • Hodenkrebs ist bei Männern zwischen 20 und 44 Jahren die häufigste Krebsart. Wird er früh entdeckt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent.
  • Die Lebenserwartung von Männern liegt in Österreich mehrere Jahre unter jener von Frauen. Seltener wahrgenommene Vorsorge spielt dabei eine Rolle; ein Punkt, an dem sich mit wenig Aufwand etwas ändern lässt.
  • Rund 80 Prozent der Menschen, die in Österreich durch Suizid sterben, sind Männer. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, auch die seelische Gesundheit ernst zu nehmen.

Die Vorsorge-Checkliste für Männer

Checkliste

Vorsorge klingt nach Aufwand, besteht aber aus wenigen, überschaubaren Schritten. Diese vier decken das Wesentliche ab:

  • Jährliche Gesundenuntersuchung. Sie steht in Österreich allen ab 18 Jahren kostenlos mit Wohnsitz in Österreich zu und wird über die e-card abgerechnet. Sie umfasst eine körperliche Untersuchung, Blut- und Harnwerte sowie ein ärztliches Beratungsgespräch – ein guter Fixpunkt einmal im Jahr.
  • Prostata-Vorsorge ab 45. Ab dem 45. Lebensjahr wird eine regelmäßige Kontrolle beim Urologen empfohlen, bei familiärer Vorbelastung auch früher. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
  • Hoden-Selbstuntersuchung. Besonders für jüngere Männer die wichtigste Früherkennung – regelmäßig durchgeführt und in einer Minute erledigt (die Anleitung finden Sie gleich im nächsten Abschnitt).
  • Seelische Gesundheit im Blick behalten. Anhaltende Niedergeschlagenheit, Erschöpfung oder Schlafprobleme verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie körperliche Beschwerden.

Hodenkrebs: Die Selbstuntersuchung Schritt für Schritt

Die Selbstuntersuchung stärkt das Körperbewusstsein und hilft, Veränderungen rechtzeitig zu bemerken. Sie ersetzt nicht die ärztliche Untersuchung, ist aber ein einfaches Werkzeug, das Sie selbst in der Hand haben. Am besten führen Sie sie etwa einmal im Monat durch, idealerweise unter oder nach einer warmen Dusche, wenn die Haut entspannt ist.

  • Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und tasten Sie jeden Hoden einzeln ab. Legen Sie ihn dazu vorsichtig zwischen Daumen und die übrigen Finger beider Hände.
  • Rollen Sie den Hoden sanft hin und her und achten Sie auf die Oberfläche: Sie sollte gleichmäßig und ohne Verhärtungen sein.
  • Achten Sie auf Veränderungen in Größe, Form oder Gewicht sowie auf Knoten, Schwellungen oder ein anhaltendes Ziehen.
  • Verwechseln Sie den Nebenhoden nicht mit einer Auffälligkeit: er liegt als weicher Strang an der Rückseite des Hodens und gehört dorthin.
  • Fällt Ihnen etwas auf, lassen Sie es in Ruhe ärztlich abklären. In den allermeisten Fällen steckt nichts Ernstes dahinter und falls doch, ist früh erkannt der größte Vorteil, den Sie haben können.
Mann schaut auf Smartwatch

Methoden der Früherkennung im Überblick

Je nach Thema kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Beim Prostatakrebs spielt der PSA-Wert eine zentrale Rolle: ein im Blut gemessenes Eiweiß, das gemeinsam mit einer Tastuntersuchung beurteilt wird. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch Krebs, ist aber ein Anlass, in Ruhe genauer hinzusehen. Beim Hodenkrebs ist die regelmäßige Selbstuntersuchung die wichtigste Früherkennung, ergänzt durch eine ärztliche Untersuchung und bei Bedarf einen Ultraschall. Die jährliche Gesundenuntersuchung wiederum deckt als allgemeiner Check viele Gesundheitsaspekte auf einmal ab. Welche Untersuchungen in Ihrem Alter und Ihrer Situation sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – dafür ist das Beratungsgespräch da.

Mentale Gesundheit

Zur Männergesundheit gehört auch die seelische Gesundheit – ein Thema, über das viele Männer seltener sprechen, und das doch so viele betrifft. Die Zahlen unterstreichen seine Bedeutung: Rund 80 Prozent der Menschen, die in Österreich durch Suizid sterben, sind Männer. Ein Grund dafür ist, dass Belastungen oft lange mit sich selbst ausgemacht werden. Anhaltende Niedergeschlagenheit, Rückzug, Schlafprobleme oder das Gefühl, nicht mehr abschalten zu können, sind ernstzunehmende Signale und kein persönliches Versagen. Darüber zu sprechen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und oft der erste Schritt, der spürbar entlastet. Wer solche Anzeichen bei sich oder einem nahestehenden Menschen bemerkt, darf das Gespräch suchen: mit Freunden, der Familie, der Hausärztin oder dem Hausarzt. Und niemand muss das allein durchstehen. In Österreich gibt es jederzeit erreichbare, kostenlose und anonyme Unterstützung, etwa die Telefonseelsorge unter 142, rund um die Uhr.

Die wichtigsten Anlaufstellen

Hausärztin/Hausarzt und Urologie: die erste Anlaufstelle für die Gesundenuntersuchung, die Prostata-Vorsorge und die Abklärung von Auffälligkeiten. Österreichische Krebshilfe: Beratung und Information zu Prostata- und Hodenkrebs, auch für Angehörige, die sich Sorgen machen. Männergesundheitsportal des Sozialministeriums: gebündelte, seriöse Informationen rund um die Gesundheit von Männern. Telefonseelsorge (142): rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym, bei seelischen Belastungen und in Krisen.

Reden kann den Unterschied machen

Der vielleicht wichtigste Beitrag zu Movember kostet gar nichts und bewegt trotzdem am meisten: miteinander reden. Fragen Sie einen Freund, Ihren Bruder, Ihren Vater oder einen Kollegen, wie es ihm geht – und meinen Sie es ernst. Oft braucht es nur eine einfache, aufrichtige Frage und etwas Geduld, bis aus einem „passt eh alles” ein echtes Gespräch wird. Zuhören, ohne gleich eine Lösung parat haben zu müssen, ist dabei schon viel wert. Gerade weil Männer Belastungen seltener von sich aus ansprechen, kann so ein Moment viel verändern. Und die Einladung gilt genauso in die andere Richtung: sich selbst jemandem anzuvertrauen, wenn es gerade viel ist. Movember ist der Anlass dafür, aber dieses Nachfragen passt an jedem Tag im Jahr.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen

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Gesundheitsvorsorge, das ganze Jahr

Vom Brustkrebs-Ratgeber im Oktober bis zur Männergesundheit im November: Die Allianz begleitet Sie bei Ihrer Gesundheitsvorsorge und unterstützt mit passenden Lösungen rund um Gesundheit und Absicherung.

Dieser Beitrag wurde von unserem Autor/unserer Autorin mit Unterstützung von KI erstellt.