Altersvorsorge für Frauen: Warum eine Pensionsversicherung sinnvoll ist 

Von: Allianz Redaktion / Lesezeit: 8 Min / veröffentlicht am: 25.08.2022
Egal wie weit die Pension noch entfernt zu sein scheint, es lohnt sich für jeden, vor allem jedoch als Frau, sich so früh wie möglich mit dem Thema Pensionsvorsorge auseinanderzusetzen. Es ist eine Tatsache, dass viele Frauen in der Pension signifikant weniger Geld erhalten als ihre männlichen Alterskollegen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Etwa, dass Frauen weniger verdienen und außerdem oft in Teilzeitjobs arbeiten. Auch die Betreuung von Kindern oder Angehörigen ist nach wie vor meist Frauensache und wirkt sich stark auf die Pensionshöhe aus. Das Zauberwort lautet deshalb Vorsorge. Wir informieren Sie über verschiedene Möglichkeiten der Pensionsvorsorge, damit Sie in der Pension finanziell abgesichert sind. 
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Der Unterschied des Einkommens von Männern und Frauen ist längst kein Geheimnis mehr. Jedes Jahr wird spätestens zum 8. März, dem Weltfrauentag, darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen mit gleicher Qualifikation weniger verdienen als Männer. Geändert hat sich daran leider bis heute wenig. Der Gender-Pay-Gap, also die Differenz der Gehälter von Männern und Frauen, zieht weite Kreise. Denn wer während der Arbeitsjahre weniger verdient, bekommt letztlich auch weniger gesetzliche Pension. Somit ergibt sich auch im Pensionsalter ein beachtlicher finanzieller Unterschied zwischen Männern und Frauen.
In Österreich ist der geschlechterspezifische Lohnunterschied höher als im EU-Durchschnitt. Im Jahr 2019 lag die Differenz laut Eurostat-Erhebung bei fast 20%. Ein beträchtlicher Unterschied, der lediglich auf dem Geschlecht des Arbeitnehmers basiert. Wer fast 20% weniger verdient, bekommt natürlich auch dementsprechend weniger Pension. In Kombination mit anderen vorwiegend Frauen betreffende Einflussfaktoren ergibt sich für Frauen ein reelles Risiko: in der Pension finanziell und sozial benachteiligt zu sein und eventuell sogar in die Altersarmut abzurutschen. Und das, obwohl man vermutlich sein Leben lang gearbeitet hat, sei es im professionellen Sinn oder zuhause für die Familie. 

Der Gender Pension Gap, also der Unterschied der Pensionshöhe von Männern und Frauen, hat unterschiedliche Ursachen: 

Gehalt: Wie bereits erwähnt, verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer – bei gleichwertiger Qualifikation und unter Berücksichtigung der Arbeitsstunden. Wer weniger verdient, zahlt natürlich auch weniger in das Pensionskonto ein. 

Teilzeitarbeit: Viele Frauen arbeiten in Teilzeit oder schlecht bezahlten Mini-Jobs. In Österreich arbeitet jede 2. Frau in Teilzeit. Das Resultat ist eine schmerzende Pensionslücke, also ein großer Unterschied zwischen dem letzten Einkommen und der Pensionszahlung.  

Unterbrechungen im Erwerbsleben: Sei es aufgrund von Karenz, Kindererziehung oder Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger, meist sind es Frauen, die, oftmals auch für mehrere Jahre, ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder gar aufgeben und sich der Familie widmen.

Vorsorge ist das beste Mittel, um die Lücke zwischen Letzteinkommen und Pension zu schließen. Frau kann nicht früh genug damit beginnen, an die Zukunft und somit an die Pensionsvorsorge zu denken. Drei gute Gründe, warum Sie bestenfalls sofort über die Pension nachdenken und vorsorgen sollten, sind: 

  1. Höhere Lebenserwartung: Frauen leben statistisch länger als Männer. Das heißt, Frauen sind nicht nur benachteiligt durch geringere Pensionsbeiträge aufgrund der bereits genannten Gründe, sondern auch gefährdet, viel länger als Männer unter diesen zu leiden. Eine passende Vorsorge kann die Lücke zwischen Letzteinkommen und Pension auf unbestimmte Zeit schließen. 
  2. Jeder Betrag lohnt sich: Auch wenn der aktuelle Verdienst es nicht zulässt große Summen zur Seite zu legen, ist es wichtig, sich über die Pensionsvorsorge Gedanken zu machen. Selbst kleine Beträge können im Laufe der Jahre durch den Zinseszinseffekt einen höheren Ertrag bewirken. Wichtig ist, so früh wie möglich mit der Vorsorge zu beginnen. 
  3. Finanzausgleich mit dem Partner: Oft basiert der niedrige Pensionsanspruch auf Erwerbsausfällen wegen Kinderbetreuungszeiten. Es gibt Möglichkeiten, diese Ungleichheit in Bezug auf die Pension zu vermindern. So kann der berufstätige Elternteil etwa in den ersten sieben Jahren nach der Geburt 50% seiner Pensionsgutschrift auf das Pensionskonto des anderen übertragen. 

Altersarmut ist ein ernstes Thema, das einem in jungen Jahren weit weg und gar unmöglich erscheint. Durch Vorsorge lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden. Welche Art der Pensionsvorsorge die richtige ist, besprechen Sie im besten Fall mit einem Experten. Für jeden Fall gibt es die passende Lösung, angepasst an Lebenssituation, Alter und Erwerbstätigkeit.

Die Pensionsvorsorge in Österreich basiert auf drei Grundpfeilern:

  1. Gesetzliche Pflichtversicherung: Alle Erwerbstätigen zahlen ein Erwerbsleben lang Pensionsversicherung und bekommen dann basierend auf Erwerbsjahren und Einkommen eine staatliche Pension ausbezahlt. 
  2. Betriebliche Altersvorsorge: Dabei handelt es sich um eine freiwillige Sozialleistung des Arbeitgebers. Es gibt verschiedene Formen der betrieblichen Altersvorsorge, etwa eine betriebliche Kollektivversicherung oder eine Lebensversicherung. Gemeinsam haben sie, dass sie auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestehen bleiben und als Ergänzung zur gesetzlichen Pension zu verstehen sind. 
  3. Private Vorsorge: Die freiwillige private Pensionsvorsorge bleibt jedem selbst überlassen, ist jedoch vor allem für Frauen ein wirksames Mittel, schon früh geringen Pensionszahlungen entgegenzuwirken.

Eine Vielfalt an Produkten und Möglichkeiten erlaubt es, die passende Lösung für jeden individuellen Fall zu finden. In der Regel sollten, wenn möglich, etwa 10 bis 15% des Einkommens der Vorsorge dienen. Wie man dieses Geld anlegt, ist einem selbst überlassen. Die Verwaltung der Anlagen übernehmen Experten, Vorwissen ist somit nicht notwendig. Interessante Möglichkeiten sind: 

Fondsgebundene Lebensversicherung: Die Investition in eine fondsgebundene Lebensversicherung bietet hohe Ertragschancen, ohne die Gewinne versteuern zu müssen. Es handelt sich um eine sehr beliebte Variante, Ersparnisse anzulegen. Nach der Ansparphase wird der Ertrag gemäß den persönlichen Wünschen ausbezahlt – etwa in Form einer Rente. 

Klassische Lebensversicherung: Die klassische Lebensversicherung ist ein Mittel für den langfristigen Vermögensaufbau. Die Betonung liegt dabei auf „langfristig“, mit üblichen Laufzeiten mit mindestens 15 Jahren. In der Genussphase beinhaltet diese Form der Versicherung eine lebenslange Rentenzahlungs-Option. 

Fondssparen: Alternativ kann auch die Variante des Fondssparens interessant sein. Dabei wird monatlich ein bestimmter Betrag eingezahlt und in Fonds angelegt. Die Auszahlung kann jederzeit erfolgen, je länger man einzahlt, desto höher kann später der Ertrag daraus sein. 

Egal für welche Art der Pensionsvorsorge man sich zusätzlich zur staatlichen Pension entscheidet, für alle gilt: Je früher desto besser. Dadurch können auch kleinere monatliche Beträge im Pensionsalter für ein nettes Zusatzpolster sorgen. Somit können auch Frauen, die aufgrund der Einkommensschere, Teilzeitarbeit, Kinderbetreuung und anderen Gründen wenig gesetzliche Pension erhalten, ihren Lebensabend ohne finanzielle Sorgen genießen.