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Allianz Studie zur Fußgängersicherheit: Vom Zebrastreifen ins Krankenhaus

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  • Jedes zweite Unfallopfer im Fußverkehr ist über 65 Jahre alt

  • Smartphone-Nutzung zu Fuß: Erhöhtes Unfallrisiko für „Smombies“

  • Herausforderungen durch neue Mobilitätstrends

  • Umfassende Strategie für sicheren Fußverkehr notwendig

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Mag. Xaver Wölfl (© Allianz) – Abdruck honorarfrei

Mehr als eine halbe Million Menschen verlieren pro Jahr weltweit ihr Leben zu Fuß im Straßenverkehr. Demnach stirbt im Schnitt jede Minute irgendwo auf der Welt ein Fußgänger. In Österreich verunglückten allein 2018 fast 4.000 Fußgänger, davon 47 Personen tödlich. Besondere Gefahr besteht für Senioren, wie eine aktuelle Verkehrssicherheitsstudie des Allianz Zentrums für Technik zeigt: Die Hälfte aller Fußgänger, die im Verkehr zu Schaden kommen, ist über 65 Jahre alt. Die Risiken erhöhen sich bei Dämmerung und in der Nacht, speziell in den lichtschwachen Wintermonaten. Eine erhebliche Rolle spieltbei Fußgängern Ablenkung, vor allem durch das Smartphone: „Ablenkung birgt zu Fuß ein nachweisbares Risiko. Als ‚Smombie‘ ist man durch den ständigen Blick auf das Smartphone im Straßenverkehr besonders gefährdet“, kommentiert Allianz Vorstandsmitglied Mag. Xaver Wölfl.

Österreichs Fußgänger leben gefährlich

Die Österreicherinnen und Österreicher gehen seltener zu Fuß als die Deutschen oder Schweizer, dennoch verunglücken in Relation zur Einwohnerzahl mehr Fußgänger als in den beiden Nachbarländern. Die Verkehrssicherheit im Allgemeinen habe sich in den letzten Jahren verbessert, für den Fußverkehr gilt dies nur bedingt: Zwar ging die Zahl der verunfallten Fußgänger in Österreich im langjährigen Vergleich zurück, der Anteil der getöteten Fußgänger an der Gesamtzahl der Verkehrstoten blieb allerdings annähernd gleich. Zudem kam es zu einer Verlagerung des Unfallgeschehens auf das Zweirad: „Neue Mobilitätsformen, wie E-Scooter oder Pedelecs, werden immer beliebter – vor allem im urbanen Raum. Aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeit und ihres Gewichts sind sie aber eine Gefahr für den Fußverkehr“, erklärt der Allianz Vorstand.

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Dr. Jörg Kubitzki (© Allianz) – Abdruck honorarfrei

Gefährliche Dunkelheit

Besonders gefährdet sind Fußgänger innerorts: 67 Prozent der Unfälle, bei denen Fußgänger tödliche Verletzungen erleiden, passieren hierzulande im Orts- oder Stadtgebiet.Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich bei Dämmerung oder in der Nacht, der Rest bei Tageslicht. „Gerade nächtliches Fahren verleitet zu wenigerAufmerksamkeit am Steuer. Alkohol, Müdigkeit, Regelverstöße sind nachts deutlich häufiger und bedeuten mehr Gefahr für Fußgänger“, betont Studienautor Dr. Jörg Kubitzki, Verkehrssicherheitsforscher im Allianz Zentrum für Technik. Fußgängerunfälle treten außerdem in der dunkleren Jahreszeit öfter auf, also in den Monaten Oktober bis März.

Unterschätzte Gefahren: Rückwärtsfahren, Anfahren und die Smartphone-Nutzung

Im Fokus der Allianz Studie stehen zudem unterschätzte Risiken für Fußgänger. Laut Allianz Daten ereignet sich jeder sechste Fußgängerunfall in einer Parkzone, fast ein Viertel der Unfälle wird durch ein rückwärtsfahrendes Kfz beim Anfahren oder Rangieren verursacht. Schließlich korreliert auch die Smartphone-Nutzung der Fußgänger mit dem Unfallgeschehen: Wie die Studie zeigt, schreiben oder tippen 43 Prozent der Befragten zumindest hin und wieder beim Gehen. Fast jeder Zweite nutzt das Handy, um zu fotografieren. Rund ein Viertel hört Musik, und zwei Drittel telefonieren beim Gehen. „Die Nutzung elektronischer Geräte erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Fußgänger, einen Unfall zu erleiden“, erklärt Kubitzki. Speziell beim Musikhören steige das Risiko um mehr als das Vierfache, beim Texten um das Doppelte. Wie beim Autofahren sei auch bei Fußgängern das Telefonieren die häufigste Ablenkung, spiele aber beim Gehen eine geringere Rolle für das Unfallgeschehen. „Im Gegensatz zu Autofahrern entscheiden Fußgänger in der Regelselbst, wann sie sich in eine konfliktträchtige Verkehrssituation begeben, beispielsweise beim Überqueren einer Straße, und dürften demnach besser in der Lage sein, das Telefonieren auf die jeweilige Situation abzustellen“, so der Allianz Experte.

Neue Impulse in Fahrzeugtechnik und Infrastruktur dringend erforderlich

„Fußgänger sind die Stiefkinder des Straßenverkehrs. Es gibt kaumFußverkehrspläne, Tagungen oder Unfallstatistikenzur Fußgängersicherheit“, betont Kubitzki.Eine Aktualisierung der Fußgänger-Charta der EU aus den 1980er-Jahren wäre dem Studienautor zufolge wünschenswert.Fahrzeugtechnisch sollte die Fußgängererkennung mittels Sensorik und automatisches Notbremsen rascher vorangetrieben, ablenkende Technik beim Anfahren unterdrückt und die Wahrnehmungssicherheit (Sicht nach hinten) verbessert werden. Im Bereich Infrastruktur plädieren Kubitzki und sein Co-Autor Prof. Wolfgang Fastenmeier unter anderem für mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen in potenziellen Risikozonen, verbesserte Schutzzonen oder längere Grünphasen bei Ampeln.

Generell werde dem Thema Fußverkehr in der öffentlichen Diskussion zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, ist Wölfl überzeugt. „Trotz guter Erfolge in den letzten Jahren weist das Thema Fußgängersicherheit noch erhebliches Verbesserungspotenzial auf. 4.000 verletzte und in manchen Jahren bis zu 70 getötete Fußgänger in Österreich können und dürfen nicht einfach hingenommen werden“, so Wölfl abschließend.

Wien, am 22. Mai 2019

Die Studie „Sicher zu Fuß– Mobilität und Sicherheit von Fußgängern“

Die Studie wurde vom Allianz Zentrum für Technik in Zusammenarbeit mit der Hochschule Berlin, der Hochschule München und MAKAM Research durchgeführt. Ziel war ein Statusreport zu Unfallstatistik und Unfallforschung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema Fußgängersicherheit. Die Studie umfasste Literaturrecherchen, Analysen von Schadenakten, Crashtests und Befragungen.

Das Allianz Zentrum für Technik

Als Forschungsinstitut der Allianz untersucht das Allianz Zentrum für Technik Fragestellungen aus den Bereichen Kraftfahrzeugtechnik und Straßenverkehrssicherheit. Dabei geht es vorrangig um die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie die Schadenvermeidung, verbessertes Crash-Verhalten und erhöhte Reparaturfreundlichkeit.

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