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Allianz Vermögensreport: Österreichs Haushalte überholen Deutschland

  • Globales Brutto-Geldvermögen steigt auf 136 Billionen Euro

  • Netto-Geldvermögen: Österreich auf Platz 17

  • Ungleichheit bei Vermögensverteilung in Österreich legt zu

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„Während Österreichs private Haushalte die niedrigste Schuldenquote in Westeuropa aufweisen, bleibt das Wachstum des Geldvermögens weit unter dem EU-Schnitt“, kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen Allianz Global Wealth Report. In der Studie werden die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert.

2014 erzielte das globale Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte eine Zuwachsrate von 7,1 Prozent; das robuste Wachstum der Vorjahre setzte sich damit mit nur leichten Abstrichen fort. Getragen wird dieses Wachstum zunehmend von gesteigerten Sparanstrengungen, in Asien und Amerika gaben auch die Aktienmärkte weiter Rückenwind. Rund um den Globus summierte sich der Brutto-Vermögensbestand auf ein neues Rekordniveau von 136 Billionen Euro. Damit übertrifft das Vermögen der privaten Haushalte den Wert aller weltweit an einer Börse gelisteten Unternehmen sowie sämtlicher Staatsschulden.

Vermögenswachstum: Österreich drittletzter in Westeuropa

Gemessen am Brutto-Geldvermögen weltweit hat Österreich einen Anteil von 0,43 Prozent, während die USA mit 41,6 Prozent den Löwenanteil bestreiten. In Österreich wuchs das Brutto-Geldvermögen im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt Westeuropas, der bei 6,7 Prozent lag. Über den stärksten Vermögensanstieg seit dem letzten Jahr dürfen sich die Schweden mit 13,5 Prozent freuen, dicht gefolgt von den Briten mit 13,1 Prozent mehr Vermögen. Lediglich zwei Länder weisen geringere Werte als Österreich auf: Portugal verzeichnet einen Vermögensrückgang von 0,8 Prozent, Griechenland muss ein Minus von gar 7,3 Prozent in Kauf nehmen.

Netto-Geldvermögen: Österreich überholt Deutschland

Jede Österreicherin und jeder Österreicher verfügt demnach im Schnitt über ein Netto- Geldvermögen (Brutto-Gelder minus Verbindlichkeiten) von 48.416 Euro. Aktuell liegt Österreich wie im Vorjahr auf Platz 17 in der Rangliste der Länder mit dem meisten Netto-Geldvermögen und anders als 2013 einen Platz vor Deutschland. Am reichsten sind nach wie vor die Schweizer mit einem Netto-Geldvermögen von 157.446 Euro pro Kopf, danach folgen die USA und Großbritannien. Erfreulich aus europäischer Perspektive: 2014 konnte der Euroraum erstmals seit der Finanzkrise wieder ein höheres Vermögenswachstum als Nordamerika verbuchen. Das kräftige Plus von 6,2 Prozent (gegenüber 5,3 Prozent in Nordamerika) ist hauptsächlich der fortgesetzten „Schuldendisziplin“ zu verdanken: In vielen Ländern setzte sich auch 2014 der Abbau der Schulden fort. Die Kreditaufnahmen blieben deshalb auch im letzten Jahr verhalten.

Schuldenstandquote in Österreich auf niedrigstem Wert in Westeuropa

Die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte kletterten weltweit 2014 um 4,3 Prozent auf insgesamt 35,2 Billionen Euro. In Summe agierten die privaten Haushalte bei der Schuldenaufnahme immer noch sehr vorsichtig. Die Verbindlichkeiten wuchsen vor allem in Westeuropa langsamer als in anderen „reichen“ Regionen der Welt. Die Schweizer Haushalte tragen mit 80.860 Euro pro Kopf die in Westeuropa nominell höchste Schuldenlast. Österreich befindet sich aktuell mit einer durchschnittlichen Verschuldung von 19.633 Euro pro Kopf deutlich unter dem europäischen Mittelwert (25.160 Euro). Die Schuldenstandquote (Verbindlichkeiten in Prozent der Wirtschaftsleistung) ist in keinem anderen westeuropäischen Industrieland so niedrig wie in Österreich, diese liegt bei aktuell 51 Prozent.

Vermögensaufteilung: USA mit stärkster Vermögenskonzentration

Die Vermögensverteilung stellt sich in den einzelnen Ländern sehr heterogen dar: Zur Darstellung der nationalen Vermögensverteilung wurde im Allianz Vermögensreport erstmals, basierend auf den durchschnittlichen Netto-Geldvermögen je Bevölkerungsdezil, für jedes Land ein Gini-Koeffizient berechnet. Um die Entwicklung abbilden zu können, wurde die Berechnung für den Zeitraum um 2000 und heute angestellt. Dabei gilt: Je höher der Wert des Gini-Koeffizienten, desto stärker die Ungleichverteilung der Vermögen. Dabei zeigt sich, dass die Zahl der Länder, in denen sich der Gini-Koeffizient eher „verbessert“ hat (d.h. geringerer Wert, stärkere Gleichverteilung), ungefähr derjenigen entspricht, in denen sich der Gini-Koeffizient eher verschlechtert hat. Gerade für die entwickelten Länder trifft dies allerdings nicht zu, die Mehrzahl der Länder erlebte in den vergangenen Jahren eine teils deutliche Zunahme der Ungleichverteilung. An erster Stelle stehen dabei die USA, in keinem anderen Land hat die Ungleichheit im betrachteten Zeitraum so stark zugenommen. Die USA haben sich seit 2000 um 4 Prozentpunkte verschlechtert und weisen mit aktuell 80,6 den höchsten Gini-Koeffizienten auf. Auffallend ist außerdem, dass eine tendenziell stärkere Vermögenskonzentration nicht in erster Linie in den europäischen Krisenländern anzutreffen ist, sondern vielmehr in Ländern wie der Schweiz, Frankreich, Österreich und Italien. Der Wert für Österreich liegt bei 73,6 – seit dem Jahr 2000 hat er sich noch um 2 Prozentpunkte verschlechtert – und damit auch deutlich über dem Durchschnitt der entwickelten Länder (64,6). Neben den USA weisen nur noch Schweden und Großbritannien einen höheren Wert auf, Deutschland (73,3) liegt in etwa gleichauf mit Österreich. Europaweit am gleichmäßigsten sind die Vermögen in Irland verteilt, dort liegt der Gini-Koeffizient bei 53,5.

Brutto-Geldvermögen Chinas erstmals höher als in Japan

Wie in den Vorjahren war auch 2014 das regionale Vermögenswachstum sehr unterschiedlich. Unangefochtener Wachstumsspitzenreiter blieb dabei die Region Asien (ex Japan), in der das Brutto-Geldvermögen 2014 auf 16,6 Prozent zulegte. Angetrieben wurde dieses Wachstum auch vom rasanten (und teilweise nicht nachhaltigen) Anstieg des Wertpapiervermögens, insbesondere in China. Das dauerhaft hohe Wachstum in Asien führt auch zu einer Verschiebung der Gewichte auf der Vermögensweltkarte. Auf die Region Asien (ex Japan) entfielen 2014 gut 16 Prozent des globalen Geldvermögens (sowohl in Brutto- wie Netto-Betrachtung). Dies bedeutet gegenüber 2013 ein Plus von 1,4 Prozentpunkten, seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil dieser Region mehr als verdreifacht. Im letzten Jahr wurde in diesem Aufholprozess zudem eine wichtige Wegmarke passiert: Das gesamte Brutto-Geldvermögen Chinas übertraf Ende 2014 erstmals dasjenige Japans. „Die Vermögensentwicklung in Asien, insbesondere in China, verlief in den letzten Jahren wirklich äußerst positiv“, kommentiert Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. „Eine Wachstumsverlangsamung, wie wir sie derzeit erleben, ist nicht beunruhigend. Der Aufholprozess Chinas ist damit keineswegs zu Ende, China ist heute ein anderes, viel wohlhabenderes Land als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die positiven Wachstumsimpulse, die von dort auf unsere Wirtschaft und Finanzmärkte ausgehen, sind daher immer noch gewaltig.“

Mittlere Einkommensklasse steigt

Die zunehmende Bedeutung Asiens wird auch in anderer Perspektive deutlich. Im letzten Jahr hat die Zahl der Menschen, die im globalen Maßstab über ein mittleres Vermögen verfügen, erstmals die Marke von einer Milliarde überschritten. Die mittlere Vermögensklasse umfasst dabei alle Personen mit einem Netto-Vermögen zwischen 6.100 und 36.700 Euro. Seit 2000 sind nahezu 600 Millionen Menschen aus dem Bereich „Low Wealth“ in die globale Vermögensmittelklasse aufgestiegen. Insgesamt hat sich die Zahl der Mitglieder dieser Klasse seit der Jahrtausendwende verdreifacht. Allerdings konzentriert sich diese Dynamik vornehmlich auf eine Region bzw. sogar hauptsächlich auf ein Land: China. Mittlerweile rekrutieren sich etwa zwei Drittel der globalen Vermögensmittelklasse aus Asien – und 85 Prozent davon stammen aus China. Seit Jahrtausendbeginn hat sich damit die Bevölkerung mit mittlerem Vermögen in Asien nahezu verzehnfacht.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten. Bei der vorliegenden Pressemitteilung handelt es sich um eine Marketingmitteilung. Die vorliegende Marketingmitteilung stellt keine Anlageanalyse, Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Insbesondere ist sie kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Investmentfondsanteilen.

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