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Nachhaltigkeit in der Veranlagung

Die Allianz Elementar Versicherungsgesellschaften in Österreich hat ihre Investmentstrategie neu ausgerichtet: Fokus auf nachhaltige Kapitalanlagen, freiwilliger Rückzug aus Kohleabbauinvestments.

„Der größte Hebel für Nachhaltigkeit liegt in den Kapitalanlagen“, erklärt Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Die Allianz Gruppe in Österreich hat deshalb ihre Investmentstrategie neu ausgerichtet und zwischen 2012 und 2014 als erstes Unternehmen ihre gesamten Kapitalanlagen - rund sieben Milliarden Euro - auf Herz und Nieren prüfen lassen: Basis dafür ist ein vom WWF in Zusammenarbeit mit insgesamt 70 Experten aus 40 Organisationen entwickeltes Modell, welches die Anforderungen von Organisationen an eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft mit einer praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten verbindet. Um das gesamte Portfolio zu durchleuchten, werden insgesamt mehr als 150 Indikatoren angewendet. Dabei wurden 18.000 Einzelpositionen von 700 Emittenten analysiert. Mit Hilfe eines transparenten Punktesystems konnten die wichtigsten Wertpapier-Klassen bewertet werden: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und Pfandbriefe. Diese ermöglichen Investoren eine umfassende und praxistaugliche Beurteilung nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien.

Allianz - Säule_2014

Bis 2020: 350 Millionen Euro von „rot“ in Richtung „grün“

2014 stand dann das Ergebnis fest: 83 Prozent der Kapitalanlagen der Allianz Österreich waren zu diesem Zeitpunkt bereits im grünen oder gelben Bereich. Zwischen Allianz Österreich und dem WWF Österreich wurde vertraglich fixiert, dass der allgemeine Nachhaltigkeitsgrad des gesamten Portfolios der Allianz Österreich bis 2020 um fünf Prozentpunkte auf 88 Prozent gesteigert werden soll. Besonderes Augenmerk legt die Allianz Österreich dabei auf den freiwilligen und dauerhaften Rückzug aus Kohleabbauinvestments. Der Anteil an erneuerbaren Energien im Unternehmensportfolio soll dabei ebenfalls bis 2020 von aktuell 12 Prozent auf 24 Prozent verdoppelt werden.

Der Grad der Zielerreichung wird laufend vom WWF überprüft sowie tourlich auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Rendite und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand

Nachhaltigkeit ist kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit: In einer Studie der Harvard Business School von 2011 konnte eine stark positive Korrelation zwischen Nachhaltigkeit und Wertentwicklung über einen Betrachtungszeitraum von 18 Jahren festgestellt werden, wobei die nachhaltigsten Unternehmen eine um durchschnittlich rund 47 Prozent höhere Performance aufwiesen als weniger nachhaltige.

Initiative mit großem Potenzial

Das globale Potenzial ist gewaltig: Weltweit sind insgesamt rund 70.000 Milliarden US-Dollar an den Kapitalmärkten veranlagt. Wenn weitere Unternehmen dem Beispiel der Allianz Österreich folgen und fünf Prozent ihrer Kapitalanlagen in Richtung mehr Nachhaltigkeit verschieben, würde das bedeuten, dass global bis zu 3.500 Milliarden Dollar neu veranlagt werden – das ist in etwa die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands, der größten Volkswirtschaft Europas. Um nachhaltige Veranlagung auf noch breiterer Basis zu ermöglichen, macht der WWF seit 2015 das Modell für den gesamten Finanzsektor zugänglich. Ein Schritt, den die Allianz begrüßt: „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Lenkung der Kapitalströme die Nachhaltigkeit der Zukunft ist“, so Littich.

2016 - WWF-Zwischenbilanz: Allianz Österreich lenkte 530 Millionen Euro in Richtung Nachhaltigkeit

In den Jahren 2015 und 2016 konnten von insgesamt sechs Milliarden Euro bereits 530 Millionen Euro vom nicht nachhaltigen orange-roten Bereich in den überdurchschnittlich nachhaltigen gelb-grünen Bereich verschoben werden. Das sind 3,2 Prozent Verbesserung. Bei einem anvisierten Gesamt-Ziel von fünf Prozent in fünf Jahren liegt die Allianz damit nach zwei Jahren schon deutlich vor der anteiligen Zielerreichung, die zwei Prozent betragen würde. Im Gegenzug konnte der Anteil der weniger nachhaltigen Investments kontinuierlich verringert werden. Nicht zuletzt aufgrund des Kohleausstiegs bei der gesamten Eigenveranlagung im Jahr 2015.

Die Allianz Österreich hatte sich Ende 2014 in einer Vereinbarung mit dem WWF als erstes Unternehmen zu konkreten, messbaren Nachhaltigkeitszielen für ihr Portfolio verpflichtet. Das unter der Federführung des WWF entwickelte Modell verbindet die Anforderungen von insgesamt 40 namhaften Organisationen an eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance mit einer praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten. „Mit unserem Modell machen wir Nachhaltigkeit messbar“, erklärt WWF Österreich Geschäftsführerin Andrea Johanides.

Über das Modell

Basis für die nachhaltige Veranlagung der gesamten Kapitalanlagen ist ein vom WWF Österreich in Zusammenarbeit mit insgesamt 70 Experten aus 40 Organisationen entwickeltes innovatives Nachhaltigkeitsmodell für Investments. Das unter der Federführung des WWF entwickelte Modell verbindet die Anforderungen von renommierten Organisationen an eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance mit einer praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten. Insgesamt werden dabei mehr als 150 Indikatoren angewendet, um ein gesamtes Portfolio zu durchleuchten. Bei der Allianz werden 18.000 Einzelpositionen von 700 Emittenten analysiert. Mit Hilfe eines transparenten Punktesystems werden die wichtigsten Wertpapier-Klassen bewertet: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und Pfandbriefe. Jeder einzelne analysierte Titel bekommt einen Wert zwischen 0 und 100 zugewiesen – je höher die Bewertung, desto besser.