• Cyberattacken fordern immer öfter Millionenbeträge
  • Digitalisierung verschärft Risiko von Betriebsunterbrechungen
  • Bewusstsein für Klimawandel steigt in der Wirtschaft

Bedrohungen aus dem Internet machen Österreichs Unternehmen derzeit die größten Sorgen. Gleichauf mit dem Cyberrisiko liegt erstmals auch die Gefahr einer Betriebsunterbrechung an der Spitze der Risiken für die Geschäftstätigkeit. Dies geht aus dem aktuellen „Allianz Risk Barometer“ hervor, bei dem mehr als 2.700 Experten aus 102 Ländern nach ihrer Risikoeinschätzung gefragt wurden. Die Sorge vor rechtlichen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld nimmt Platz drei im österreichischen Ranking ein. Zum ersten Mal unter den Top 10-Bedrohungen für die Wirtschaft findet sich auch der Klimawandel mit seinen möglichen Auswirkungen.
Stefanie Thiem
49 Prozent der befragten Wirtschaftsexperten in Österreich sehen Betriebsunterbrechungen als eine der größten Gefahren für Unternehmen an. Die Ursachen reichen von Bränden, Explosionen oder Naturkatastrophen über Ausfälle in digitalen Lieferketten bis hin zu politischer Gewalt. „Heutzutage ermöglichen digitale Lieferketten und Plattformen eine vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Waren. Ein Brand in einem Rechenzentrum, eine technische Panne oder ein Hacker-Angriff können jedoch teure Ausfälle für mehrere Unternehmen gleichzeitig verursachen, die alle dasselbe System nutzen und nicht schnell zu manuellen Prozessen zurückwechseln können“, betont Stefanie Thiem, CEO der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) in Österreich. Unternehmen seien außerdem zunehmend den Auswirkungen von Terroranschlägen, Aufständen oder Unruhen ausgesetzt, wie im vergangenen Jahr beispielsweise in Hongkong, Chile, Bolivien, Kolumbien und Frankreich. Dies führte zu erheblichen Sachschäden und Umsatzverlusten, da Geschäfte monatelang geschlossen waren, Kunden und Touristen fern blieben oder Angestellte aus Sicherheitsgründen nicht an ihren Arbeitsplatz kamen.
Severin Gettinger

Als weltweites Top-Risiko für Unternehmen aller Branchen und jeder Größenordnung gelten mittlerweile Cyber-Vorfälle. Firmen sehen sich mit immer gewaltigeren Datenskandalen, Cybererpressung und Spoofing (Identitätstäuschung) konfrontiert. Hinzu kommen erhebliche Strafzahlungen aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen sowie Schadenersatzklagen. Ein großer Datendiebstahl – mit mehr als einer Million Datensätze – kostet heute durchschnittlich 42

Millionen Dollar, und damit um acht Prozent mehr als im Vorjahr.* „Cyberattacken verursachen immer größere Schäden. Ransomware-Angriffe richten sich zunehmend gegen große Unternehmen, und die Erpressungsforderungen steigen. Vor fünf Jahren ging es um einige zehntausend Euro, heute fordern Cyberkriminelle immer öfter Millionenbeträge“, berichtet AGCS Österreich-Experte Severin Gettinger.

Neben den Cybergefahren werde der Klimawandel zur großen Herausforderung für Unternehmen im neuen Jahrzehnt, ist man bei der Allianz überzeugt. Wenn sich Vorstände und Risikomanager nicht ausreichend mit Cyber- und Klimarisiken beschäftigen, könne dies die operative Leistung, die Finanzergebnisse und die Reputation ihrer Unternehmen maßgeblich beeinträchtigen. Immerhin steigt das Bewusstsein für die Klimabedrohung in den Unternehmen, diese liegt mittlerweile auf Rang Sieben im internationalen Allianz Risk Barometer und auf Platz Zehn in Österreich. 12 Prozent der hierzulande befragten Experten zählen den Klimawandel bereits zu den drei größten Risiken für die Wirtschaft. Befürchtet werden vor allem Sachschäden infolge längerer Dürrephasen, heftiger Stürme und massiver Überschwemmungen. Gefährdet sind Fabriken ebenso wie weltweite Transport- und Lieferketten sowie Energienetzwerke „Werden seitens eines Unternehmens keine Maßnahmen für eine klimafreundliche Ausrichtung des Geschäfts ergriffen, ist künftig mit regulatorischen Eingriffen, aber auch mit entsprechenden Reaktionen von Kunden, Aktionären und Geschäftspartnern zu rechnen“, erwartet man bei AGCS.

Wien, 14. Jänner 2020

* Quelle: Ponemon Institute

Die Befragung „Allianz Risk Barometer 2020“ wurde Ende 2019 von der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), dem Industrieversicherer der Allianz Gruppe, durchgeführt. Dabei gaben 2.718 Experten und Unternehmer aus 102 Ländern aus dem Industrie- und Firmenversicherungsgeschäft ihre Einschätzung ab, welche Risiken für Unternehmen aus bestimmten Regionen und Branchen im Jahr 2020 besonders dringlich sind.

 

Allianz Risk Barometer Österreich 2020

Die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ist ein weltweit führender Anbieter von Industrieversicherungen und eine wichtige Geschäftseinheit der Allianz Gruppe. Wir bieten – über zwölf speziellen Versicherungssparten – Risikoberatung, Schaden- und Unfallversicherung und alternativen Risikotransfer für ein breites Spektrum von Firmen-, Industrie und Spezialrisiken.

Unsere Kunden sind so vielfältig wie die Wirtschaft. Sie reichen von den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt über kleine Firmen bis hin zu Privatpersonen. Darunter sind führende Konsumgütermarken, Technologieunternehmen und die globale Luft- und Schifffahrtsindustrie ebenso wie Weinkellereien, Satellitenbetreiber oder Hollywood-Filmproduktionen. In einem dynamischen, multinationalen Geschäftsumfeld suchen sie bei der AGCS nach intelligenten Antworten für ihre größten und komplexesten Risiken und vertrauen auf unsere hervorragende Leistung im Schadensfall.

Weltweit beschäftigt die AGCS 4.400 Mitarbeiter an eigenen Standorten in 33 Ländern und ist über das Netzwerk der Allianz Gruppe oder von Partnern in über 200 Ländern und Gebieten vor Ort. Als eine der größten Schaden- und Unfallversicherungseinheiten der Allianz Gruppe verfügen wir über starke und stabile Finanzratings. Im Jahr 2018 erwirtschaftete die AGCS weltweit Bruttoprämien in Höhe von insgesamt 8,2 Milliarden Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter www.agcs.allianz.com oder folgen Sie uns auf Twitter@AGCS_Insurance und LinkedIn

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